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Die Welt ist bunt!

Berlin, 17. Dezember 2015. In diesem Jahr will capito zu Weihnachten Flüchtlingskindern eine Freude machen. Aus diesem Grund hat capito ein Leporello zum Ausmalen, Entdecken, Staunen und Lernen erstellt. 500 Exemplare wurden gedruckt und an Kinder in Flüchtlingsunterkünften in Berlin verteilt.

Die Pelikan Vertriebsgesellschaft mbh & Co. KG unterstützt die Aktion mit 500 Buntstiftpackungen. Denn was nutzen Ausmalbilder ohne Stifte? Damit die Stifte lange im Einsatz bleiben, hat capito pro Buntstiftpackung noch einen Anspitzer dazugelegt.

Wenn auch Sie Flüchtlingskindern eine Freude machen wollen, dann können Sie das Leporello herunterladen und in einer Anlaufstelle für Flüchtlinge in Ihrer Nähe verteilen.

Möchten Sie ein eigenes Bildungsprojekt zum Thema Flüchtlinge umsetzen? Dann können Sie uns gerne kontaktieren. 

Leporello zum Download


Handys kompetent nutzen

Neue Unterrichtsmaterialien des IZMF informieren über Medienkompetenz und Möglichkeiten einer sinnvollen Einbindung von Mobilgeräten in den Unterricht

Berlin, 15. September 2015.
 Nicht nur für Jugendliche, auch für Kinder sind Handys und Smartphones inzwischen eine Selbstverständlichkeit: Schon zwei Drittel der 10- bis 11-Jährigen besitzen ein eigenes Mobiltelefon und bei den 16- und 17-Jährigen steigt der Anteil auf 93 Prozent (Quellen: KIM-Studie 2014; JIM-Studie 2014). Wie man diese Altersgruppe für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Handy sensibilisieren sowie Eltern und Lehrer einbeziehen kann, zeigen die neuen Unterrichtsmaterialien „Mobile Kommunikation – Handys kompetent nutzen“ des Informationszentrums Mobilfunk e.V. (IZMF). Sie sind für den fächerübergreifenden Einsatz in den Klassen 5 bis 10 geeignet und knüpfen an die Vorkenntnisse der Schüler im Umgang mit Mobilfunkgeräten an.

Alle Inhalte der Unterrichtsmaterialien wurden mit fachlicher Beratung der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und der Universität Erfurt erstellt und vom Pädagogischen Beirat von capito begutachtet. Die Angebote geben Impulse für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Smartphone und liefern Anregungen für den Austausch über Fragen von Datenschutz, Persönlichkeitsrechten und permanenter Erreichbarkeit. „Die Unterrichtsmaterialien geben Jugendlichen viel Raum für die Entwicklung eigener Positionen, für kreatives Arbeiten und Spaß an der Auseinandersetzung mit digitalen Medien. Gleichzeitig beziehen sie Eltern als wichtige Begleiter mit ein“, erklärt Dr. Iren Schulz, Medienpädagogin und Dozentin an der Universität Erfurt. 

Neben der Bereitstellung von Fachinformationen für Schüler, Lehrer und Eltern zu den Themen Handynutzung, Datenschutz und Cybermobbing liefern die Materialien Vorschläge, wie Smartphones reflektiert und produktiv im Unterricht eingesetzt werden können. Es wird erklärt, unter welchen Voraussetzungen Mobilgeräte wie Handys und Tablets den Unterricht positiv beeinflussen und neue Lernmöglichkeiten schaffen können. Dabei ist ein enger Austausch zwischen allen Beteiligten gefordert. „Schulen sollten festlegen, wo Smartphones sinnvoll genutzt werden können und wo nicht. Und Kinder und Jugendliche sollten lernen, welcher Kommunikationsstil in der digitalen Welt angemessen ist“, beschreibt Jürgen Lauffer, Geschäftsführer der GMK, ein wichtiges Ziel der Materialien.

„Mobile Kommunikation – Handys kompetent nutzen“ besteht aus einem 12-seitigen Lehrerheft und einem Online-Materialpool. Das Lehrerheft enthält kurze Einführungen in die einzelnen Themen und liefert praktische Unterrichtsanregungen, insbesondere für die Vermittlung von Fachwissen und Kompetenzen. Ergänzt werden diese Inhalte durch zahlreiche Arbeits- und Infoblätter, Grafiken, Kurzfilme, ein umfangreiches Online-Lexikon sowie Linktipps. Unter www.schulprojekt-mobilfunk.de/unterrichtsmaterialien/online können das Lehrerheft sowie die Arbeitsblätter und Grafiken heruntergeladen werden. Das Lehrerheft kann dort auch in gedruckter Form kostenlos bestellt werden.

Die neuen Unterrichtsmaterialien wurden von capito – Agentur für Bildungskommunikation inhaltlich und grafisch erstellt und sind Teil der Reihe „Mobilfunk im Unterricht“, die im Rahmen des Schulprojektes Mobilfunk angeboten wird. Die weiteren Hefte der Reihe beschäftigen sich mit der Funktionsweise der Mobilfunktechnologie sowie mit der Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Mobiltelefonen. Alle Materialien können unter www.schulprojekt-mobilfunk.deheruntergeladen oder kostenlos bestellt werden.

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Mit Kindern für mehr Qualität

Berlin, 02. September 2015. Unser zehntes Qualitätskriterium sieht die Einbindung von Kindern und Jugendlichen bei der Erstellung von Bildungsmaterialien vor. Nur so können die Lebensrealität und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen verstanden werden. Je aktiver die Einbindung ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt Kinder und Jugendliche auch für das Thema begeistern kann und es nachhaltig und über die Bildungsinstitution hinaus wirkt. 

Lehrkräfte stehen jeden Tag vor der Herausforderung, ihre Schüler zu motivieren und für das Fachthema zu begeistern. Eine kind- und jugendgerechte Ansprache ist wichtig und hilfreich. Gestaltung ist immer eine Geschmackssache, dennoch gibt es viele Maßnahmen, um mit großer Wahrscheinlichkeit Kinder und Jugendliche positiv zu erreichen: entweder der direkte Austausch mit den Kindern und Jugendlichen oder das Lesen von Studien.

Werden die Kinder und Jugendlichen nicht nur in der Konzeptphase und der Entwicklung des Projekts einbezogen, sondern testen das Bildungsprojekt nach Fertigstellung, erhält das Material die höchste Punktzahl auf unserer Scorecard. Dies kann zum Beispiel durch Live-Fokusgruppen oder Praxistests geschehen. Die Ergebnisse von Bewertungen und Praxistests müssen unbedingt Berücksichtigung im Bildungsmaterial finden.

Wegen der kognitiven Entwicklung von Vorschulkindern ist eine direkte Befragung der Zielgruppe nicht geeignet, um die Qualität von Bildungsmaterialien angemessen zu beurteilen. Dieses Kriterium entfällt also bei der Scorecard „Kita“ – diese setzt daher auf die Befragung des pädagogischen Fachpersonals – die Erzieher – und auf Testphasen in der Kindertagesbetreuung, um Projekte auf die Lebenswelten der Kinder auszurichten.

Wenn Sie überprüfen möchten, ob Ihr Bildungsmaterial wirklich praxistauglich ist, nutzen Sie unsere online zur Verfügung stehende Scorecard und testen Sie Ihr Material anhand unserer 10 Qualitätskriterien.


Pädagogen sorgen für Praxis

Berlin, 13. Mai 2015. Um sicherzustellen, dass Bildungsprojekte von guter Qualität sind, sollten Multiplikatoren bereits zu Beginn des Entstehungsprozesses mit einbezogen werden. Die Experten ermöglichen die fachgerechte Umsetzung und Gestaltung der Materialien. Je aktiver Pädagogen involviert werden, desto besser wird das Material unter unserem neunten Qualitätskriterium bewertet. 

Entscheidend bei der Einbindung von Pädagogen ist, dass sie selbst dicht an der Zielgruppe dran sind, also die Schul- bzw. Altersstufe, für die das Material entsteht, unterrichten. Wenn das Material fachspezifisch ist, sollten zudem Fachlehrer hinzugezogen werden. Grundsätzlich sollten die Pädagogen, die zu den Materialien befragt werden, aus mindestens zwei unterschiedlichen Bundesländern stammen. Unerheblich ist die Gesamtzahl der Pädagogen die dabei befragt werden. Auch die Art des Austauschs mit den Multiplikatoren ist zweitranging – persönlich, telefonisch oder online.

Die Bewertungen und Anregungen durch die Pädagogen müssen im Material Berücksichtigung finden und umgesetzt werden. Im Idealfall werden die Lehrer oder Erzieher bereits während der Konzeptphase eingebunden und erhalten das fertige Material, bevor es finalisiert wird, zum Lektorat. Am besten wird das Bildungsmaterial bewertet, wenn es zusätzlich zur Einbindung von Pädagogen während der Entstehung noch einen Praxistest in der Schule oder Kindertagesbetreuung durchläuft.  

Wenn Sie überprüfen möchten, ob Ihr Bildungsmaterial wirklich praxistauglich ist, nutzen Sie unsere online zur Verfügung stehende Scorecard und testen Sie Ihr Material anhand unserer 10 Qualitätskriterien.


Vielfältig. Altersgerecht. Einsatzbereit.

Berlin, 19. März 2015. Damit sowohl Pädagogen als auch Kinder und Jugendliche von Bildungsprojekten profitieren, muss die pädagogische Qualität dieser Projekte durchgängig gewährleistet sein. Weil sich die Anforderungen an Projekte in der Kindertagesbetreuung und in der Schule unterscheiden, weichen die Inhalte der Scorecard „Kita“ von denen der „Schule“ ab. Unser achtes Qualitätskriterium wird bei der Bewertung eines Bildungsprojekts doppelt gewertet.

Ein Teil der Unterkriterien ist für Kita und Schule gleichermaßen von Bedeutung. So sollten Materialien für beide Bildungseinrichtungen logisch und nachvollziehbar in Struktur und Gestaltungsaufbau sein und weiterführende Informationen und Anregungen zur Vertiefung des Inhalts bereitstellen. Sowohl in der Kita als auch in der Schule sollten Materialien eine breite Methoden- und Medienvielfalt bieten und im Idealfall die Eltern mit einbeziehen.

In der Kindertagesbetreuung ist das 5-Sinne-Lernen zudem ein Kriterium, das die pädagogische Qualität eines Materials ausmacht. Auch die Förderung der Freude am selbstbestimmten Lernen und Erforschen und die kindgerechte Aufarbeitung spielen eine Rolle.

In der Schule ist hingegen die Anbindung an die Lehr- und Bildungspläne und die Kompetenzorientierung wichtig und sollte daher in den Bildungsprojekten berücksichtig werden. Außerdem sollten die Materialien praxis- und handlungsorientiert sowie binnendifferenziert angelegt sein.

Die Unterkriterien, die nicht gegeneinander abgewogen werden können, sind die Indikatoren für die pädagogische Qualität. Diese Unterkriterien wurden durch eine Befragung unseres Pädagogischen Beirats erstellt. Je mehr der Unterkriterien von einem Bildungsprojekt erfüllt werden, desto positiver fällt die Bewertung in diesem Punkt aus.

Wenn Sie Ihr Bildungsmaterial anhand unserer 10 Qualitätskriterien testen wollen, nutzen Sie unsere online zur Verfügung stehende Scorecard.


Wirksamkeit über das Klassenzimmer hinaus

Berlin, 22. Januar 2015. Erfolgreiche Bildungskommunikation beschränkt sich nicht aufs Klassenzimmer, sondern wirkt im Idealfall darüber hinaus. Daher beschäftigt sich unser siebtes Qualitätskriterium mit den Möglichkeiten und Vorteilen der Einbeziehung weiterer Anspruchsgruppen wie zum Beispiel Eltern, (öffentliche) Institutionen etc. Ziel ist eine gesamtgesellschaftliche Wirkung. Wird mit Bildungsprojekten unser siebtes Qualitätskriterium umgesetzt, ergibt sich auch für die Schülerinnen und Schüler ein Mehrwert.

Durch die Einbeziehung weiterer Anspruchsgruppen, wie z. B. Eltern, Nachbarn, Vereine, die allgemeine Öffentlichkeit, andere Schulen oder Unternehmen und (öffentliche) Institutionen, soll eine positive gesamtgesellschaftliche Wirkung begünstigt werden. Insbesondere bei der Projektarbeit, z. B. bei Wettbewerben oder Mitmach-Aktionen, lassen sich weitere Gruppen innerhalb der Bildungsinstitution und darüber hinaus erreichen. 

Indem die Schüler beispielsweise ihre Großeltern nach historischen Ereignissen aus der jüngeren Geschichte befragen oder aktiv Politiker oder Medienvertreter einbeziehen, erwerben sie Kompetenzen, die über die Inhalte des Materials hinausgehen, und können von den Lebenserfahrungen anderer Personen profitieren. Wenn sie mit anderen Anspruchsgruppen in Kontakt treten und deren Meinungen und Ansichten zu bestimmten Themen einholen, erfahren die Schüler einen Perspektivwechsel – ebenso wie der Einbezogene, der je nach inhaltlichem Kontext oder Alter der Schüler das Thema unter einem anderen Aspekt reflektiert. Durch die Interaktion mit den Anspruchsgruppen stärken sie gleichzeitig ihre Sozialkompetenz. Dies kann mitunter schon durch die Interaktion innerhalb der eigenen Schule, mit anderen Klassen, Gruppen oder Personen gewährleistet sein.

Erfolgreiches Bildungsmaterial sollte folglich immer den Anspruch haben, zur aktiven Beschäftigung mit Anspruchsgruppen außerhalb des Klassenverbandes aufzurufen. Bei der Überprüfung mit unserer Scorecard erzielt ein Material in der Kategorie „Anregung zur Einbeziehung weiterer Anspruchsgruppen“ das beste Ergebnis, wenn es eine Aufforderung zur aktiven Einbeziehung Externer beinhaltet. Weil sich diese Einbeziehung nicht bei allen Projekten anbietet, sollte zumindest das erworbene Wissen geteilt werden, z. B. in Form einer Wandzeitung oder eines Artikels in der (Schüler-) Zeitung.

Wenn Sie Ihr Bildungsmaterial anhand unserer 10 Qualitätskriterien testen wollen, nutzen Sie unsere online zur Verfügung stehende Scorecard.


Bedarf erkennen und Alternativen anbieten

Berlin, 16. September 2014. Gutes Bildungsmaterial kann und sollte zeitnah und wirksam auf den Bedarf im Bildungsbereich (wie Studien wie PISA belegen) und neue Unterrichtstrends reagieren. So können aktuelle Themen im Unterricht als Gegenstand behandelt werden, lange bevor diese Einzug in die Schulbücher erhalten und gezielt Material zu ermittelten Förderschwerpunkten erstellt wird.

Nicht nur die Aktualität der Themen, sondern auch die der verwendeten Quellen, Daten oder Studien müssen dabei beachtet werden. Pädagogen wollen kein neues Material mit veralteten Zahlen. Als aktuelle Zahlen gelten dabei jene, die nicht älter als 2-3 Jahre sind, sofern sie regelmäßig erfasst werden. Der gleiche Zeitraum gilt für Studien, die sich auf rasant entwickelnde Bereiche (Internet, Telekommunikation) beziehen.

Darüber hinaus erfährt Bildungsmaterial eine besondere Wirksamkeit, wenn nicht nur neue Themen angeboten, sondern auch alte Themen methodisch neu aufbereitet werden, sodass das Material die kompetenzorientierten Lernstandards aufgreift. Die Einbindung neuer Medien und außerschulischer Lernorte wird von Pädagogen wie Lernenden sehr begrüßt.

Wenn Sie überprüfen möchten, ob Ihr Bildungsmaterial wirklich Lücken schließen kann, nutzen Sie unsere online zur Verfügung stehende Scorecard und testen Sie ihr Material anhand unserer 10 Qualitätskriterien.


Auf neutralem Boden

Berlin, 14. August 2014. Wenn Kritiker sich zu Bildungsmaterialien von Unternehmen oder Institutionen äußern, überwiegt vor allem ein Vorwurf: dass Herausgeber Schüler mit ihren Materialien zugunsten der eigenen Unternehmens-, institutionellen oder politischen Interessen beeinflussen möchten. Der Vorwurf kommt leider nicht von ungefähr: Immer wieder werden unausgewogene Materialien veröffentlicht – was sich dahinter verbirgt und wie es besser gemacht werden kann, zeigt unser fünftes Qualitätskriterium für verantwortungsvolle Bildungskommunikation.

Sich eine eigene Meinung bilden zu können, macht einen mündigen Menschen und somit auch eines der obersten Bildungsziele aus. Um dem gesellschaftlichen Pluralismus gerecht zu werden, ist gerade im Schutzraum Schule eine weitreichende Zurückhaltung und Neutralität geboten, vor allem wenn es um politische, ethische oder religiöse Fragen geht. Aber auch marktwirtschaftliches oder medienkritisches Verhalten will und muss geübt werden. Um Schülern Freiheit für die Entwicklung eigener Werturteile oder Meinungen zu ermöglichen, ist nicht nur die methodische, sondern auch die inhaltliche Bearbeitung eines Themas sorgfältig zu prüfen. Dabei spielt die Wahl des Materials eine entscheidende Rolle. Das Material sollte Themen und den Absenderstandpunkt dazu transparent darstellen und durch den Verweis auf Gegenpositionen den Schülern die Möglichkeit geben, sich selbstständig eine für sie gültige Meinung zu bilden.

Für die Politikdidaktik wurden mit dem Beutelsbacher Konsens zwei für die eigenständige Meinungsbildung der Schüler notwendige Forderungen gestellt: Das Kontroversitätsgebot verlangt, dass Themen, die in Gesellschaft und Wissenschaft kontrovers diskutiert werden, ebenso auch im Unterricht dargestellt werden müssen. Das Überwältigungsverbot untersagt Lehrern, Schülern ihre Meinung aufzuzwängen. Diese beiden Grundsätze sollten auch in Materialien, die für die Nutzung in Bildungsinstitutionen ausgelegt sind, berücksichtigt werden und Gebot für alle Fächer sein.

Für die Erstellung von gutem und ausgewogenem Bildungsmaterial ergibt sich daraus, dass neben der didaktischen Qualität ein Thema möglichst umfassend dargestellt werden muss, damit die Zielgruppe die Möglichkeit einer eingehenden Auseinandersetzung hat. Dabei kann ein Sachverhalt bewusst neutral behandelt oder durch unterschiedliche Sichtweisen dargestellt werden. Möglich ist das bspw. durch vielseitige Quellen oder weiterführende verschiedene Meinungen zum Thema.

Wenn Sie Ihr Bildungsmaterial anhand unserer 10 Qualitätskriterien testen möchten, nutzen Sie unsere online zur Verfügung stehende Scorecard.


Bildungsziele im Blick – Bildungsmaterial mit Relevanz

Berlin, 10. Juni 2014. Bildungsmaterialien von Unternehmen oder Institutionen können noch so schön erdacht sein – wenn Lehrer sie im Unterricht nicht einsetzen, hat niemand etwas davon. Bei der Flut an Materialien, die Schulen zum Teil erreichen, finden nur jene Materialien in die Klassenzimmer, die Lehrer für relevant für ihren Unterricht erachten. Doch was muss ein Material erfüllen, damit es im Unterricht auch wirklich eingesetzt wird?

Für den Politik- und Deutschlehrer unseres pädagogischen Beirats sind hier vor allem drei Punkte entscheidend: „Das Material muss über inhaltliche Tiefe verfügen, methodisch variabel sein und mit Elementen wie Bildern, Fotos oder Tabellen auch graphisch abwechslungsreich gestaltet sein.“

Schulmaterialien sollten zudem immer an die Bildungs- und Lehrpläne angeknüpft werden. Wer diese völlig außen vor lässt, kommuniziert am Adressaten vorbei, denn die Erreichung der vorgegebenen Bildungs- bzw. Erziehungsziele hat für Lehrer oberste Priorität. Zusätzlich kann die Relevanz durch Bezüge zu aktuellen Anlässen gesteigert werden, z. B. zu einem geschichtlichen Jahrestag, zu aktuellem Zeitgeschehen wie Wahlen oder Sportereignissen oder auch zu aktuellen Studien. Durch aktuelle Bezüge können auch Themen eingebracht werden, die nicht direkt in den Lehrplänen festgeschrieben sind. „Meiner Erfahrung nach lassen sich Materialien mit aktuell relevanten Themen zumeist gut in den Unterricht einbinden, denn die Lehrpläne – vor allem für gesellschaftswissenschaftliche Fächer – sehen eine Beschäftigung mit aktuellen Themen vor“, heißt es dazu aus unserem pädagogischen Beirat.

Die Relevanz ist unser 4. Qualitätskriterium für verantwortungsvolle Bildungskommunikation. Bei der Überprüfung mit unserer Scorecard erzielt ein Material in der Kategorie „Relevanz“ das beste Ergebnis, wenn es sich bei dem Material um eine Neuveröffentlichung aus aktuellem Anlass bzw. aufgrund aktueller Studien mit Bezug zum Bildungsplan der Schulstufe/-art sowie neuen Zahlen, Daten und Fakten handelt.


Vertrauen in die Quelle: Glaubwürdigkeit und Bekenntnis zum Thema

Berlin, 15. Mai 2014. Ernährungstipps einer Fast-Food-Kette wird kaum jemand ernst nehmen – noch weniger werden Lehrer solche Tipps ihren Schülern vermitteln. Bildungsmaterial und Herausgeber sollten also zusammenpassen. Unserem dritten Qualitätskriterium für verantwortungsvolle Bildungskommunikation nach engagiert sich der Auftraggeber eines Bildungsmaterials aus diesem Grund idealerweise schon langjährig im Bereich Bildung und weist gleichzeitig eine Kernkompetenz im behandelten Thema auf.

Unternehmen oder Institutionen, die sich neu im Bildungsbereich engagieren möchten, sollten beachten, dass die Unternehmensausrichtung dem Thema nicht widerspricht. Wenn sie ein Thema wählen, welches nicht ihrer Kernkompetenz entspricht, kann dies z. B. über externe Berater oder eine Public-Private-Partnership ausgeglichen werden. „Die Einbindung von Fachpartnern für das zu vermittelnde Themengebiet oder eine entsprechende CSR-Strategie wirken sich positiv auf die Glaubwürdigkeit aus“, so Claudia Wegener, Geschäftsführerin von capito.

Wenn Sie Ihr Bildungsmaterial anhand unserer 10 Qualitätskriterien testen wollen, nutzen Sie unsere online zur Verfügung stehende Scorecard.


Die verrückte Rückenschule

+++ Mit spielerischen Übungen den Rücken der Kinder stärken und entspannen +++ Bildungsmaterial von herlitz unterstützt Erzieherinnen und Erzieher, das Bewusstsein für einen gesunden Rücken zu schulen +++ Arbeitsblätter mit Gleichgewichts- und Akrobatikübungen, Bewegungsgeschichte und Massagen für den Kita-Alltag +++ Jetzt Materialien kostenfrei downloaden +++

Berlin, 20. März 2014.
Spiel und Bewegung sind wesentlicher Bestandteil des Alltags von Kita-Kindern. Mit dem Eintritt in die Schule nimmt der tägliche Bewegungsfreiraum ab – die Kinder verbringen mehr Zeit im Sitzen. Außerdem tragen sie nun täglich ihre Schulbücher und -hefte auf dem Rücken.

Damit dies nicht zu Haltungsschäden führt, enthält das neue Bildungsmaterial „Die verrückte Rückenschule“ spielerische, rückenstärkende Übungen. herlitz unterstützt Erzieherinnen und Erzieher darin, den künftigen ABC-Schützen einen gesunden und bewussten Umgang mit ihrem Rücken nahezubringen und die Übungen flexibel und motivierend in den Kita-Alltag einzubinden. So werden Kinder bereits im Vorschulalter fit für den Schulalltag gemacht und das tägliche Tragen des Schulranzens wird später zum Kinderspiel.

Mit Massagen, zahlreichen Gleichgewichts- und Akrobatikübungen und einer tierischen Be-wegungsgeschichte lernen die Kinder spielerisch verschiedene altersgerechte Möglichkeiten der Rückenentspannung und -stärkung. Erzieherinnen und Erzieher finden im Begleit-Folder weitere Informationen zur gesunden Haltung von Kindern sowie einen Elternbrief mit Tipps und Übungen für Zuhause als Kopiervorlage. So bleiben die Eltern auf dem Laufenden über Aktivitäten in der Kita und können Rückenkräftigung und Entspannung in den Alltag ihrer Kinder integrieren.

Erzieherinnen und Erziehern steht das umfangreiche Bildungsmaterial auf www.capito.de zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Neben Übungen ist auch ein ergonomischer Schulranzen wichtig für den gesunden Rücken von Grundschulkindern. herlitz produziert seit über 30 Jahren qualitativ hochwertige Schulranzen, die hohe Sicherheit und besten Tragekomfort bieten und gut für den Rücken sind. Alle Modelle stehen in vielen farbenfrohen und fantasievollen Designs zur Verfügung, ganz nach dem Motto der beliebten und bekannten Schulmarke „Klasse Motive und klasse für den Rücken“. Weitere Informationen befinden sich unter www.herlitz.de/schulranzen.

Idee, Redaktion und Gestaltung des Bildungsmaterials stammen von capito – Agentur für Bildungskommunikation in Zusammenarbeit mit herlitz, einer Marke der Pelikan Group.

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Image statt Produkt: Verzicht auf Werbebotschaften in Bildungsmaterialien

Berlin, 7. März 2014. Bildungsprojekte von Unternehmen werden immer wieder stark kritisiert und prinzipiell mit Vorbehalten betrachtet. Das liegt vor allem an einem Punkt: der vermuteten und leider auch zum Teil tatsächlich versuchten Beeinflussung von Kindern und Jugendlichen. Bei der Bewertung von Materialien anhand unserer 10 Qualitätskriterien für erfolgreiche Bildungskommunikation wird das Kriterium „Werbebotschaft“ deshalb vierfach gewertet. Aber was bedeutet das konkret für Bildungsprojekte von Unternehmen und Institutionen?

In den folgenden Monaten stellen wir unsere zehn Kriterien detailliert vor. Zum zweiten Kriterium stellten wir drei Fragen an Claudia Wegener, Geschäftsführerin von capito:


Ist Werbung an Schulen und Kitas zulässig?

Claudia Wegener: Das Werbeverbot an Schulen ist bundeslandabhängig geregelt: Die Regelungen reichen vom klaren Werbeverbot über die Zulassung von Materialien, die mit dem Bildungsauftrag übereinstimmen, bis hin zur grundsätzlichen Gestattung von Werbung an Schulen. Für den Elementarbildungsbereich gibt es keine rechtlichen Grundlagen. Eltern, Lehrer und Erzieher sehen es aber kritisch, wenn Kinder in der Bildungsinstitution mit Unternehmenswerbung in Kontakt gebracht werden. Bei Materialien für Schüler und Kita-Kinder beachten wir daher nicht nur das gesetzliche Verbot (JMStV, § 6), demzufolge Kaufaufrufe und Schleichwerbung untersagt sind, sondern haben uns für strengere Richtlinien entschieden.

Wenn Werbung in einigen Fällen erlaubt ist – warum sollten Unternehmen dennoch darauf verzichten?

Claudia Wegener: Das wichtigste Ziel ist, einen Mehrwert für den Bildungsbereich zu generieren. Dies gelingt mit qualitativ hochwertigen Materialien, die als Bereicherung wahrgenommen werden. Dies zahlt auf das Image-Konto des Unternehmens oder der Institution ein und die herausgebrachten Materialien werden auch tatsächlich an Schulen und Kitas eingesetzt. Reine Produktwerbung hingegen landet schnell im Mülleimer und kann sich auch negativ auf das Image des Unternehmens oder der Institution auswirken. Auch die legale Produktplatzierung ist kritisch zu betrachten, da Kinder und Jugendliche häufig noch nicht in der Lage sind, die Absicht hinter dieser Werbeform zu verstehen und sich kritisch damit auseinanderzusetzen.

In welcher Form können Unternehmen also Material anbieten?

Claudia Wegener: Im Idealfall enthält das Material, welches sich direkt an Kinder und Jugendliche richtet, keine Werbebotschaften oder Produkte. Ein Logo des Absenders ist lediglich auf dem Titel sowie im Copyright und/oder Impressum abgebildet. So wird das Material von Lehrkräften mit Sicherheit gern verwendet und erhält auch in unserer Score-Card eine sehr gute Bewertung. Die Abbildung von Identifikationsfiguren sehen wir als vertretbar an, insofern sie thematisch passen und Kinder oder Jugendliche zum Mitmachen motivieren.

Bei Materialien, die sich an Pädagogen oder Eltern richten, sind die Kriterien nicht so streng. Hier sind Hinweise auf bspw. themenbezogene Unternehmensleistungen möglich, da von einer ausgeprägten Medien- und Werbekompetenz ausgegangen werden kann. Den Multiplikatoren bleibt dabei überlassen, ob und welche Informationen sie an ihre Schützlinge weitergeben.


Wenn Sie Ihr Bildungsmaterial anhand unserer 10 Qualitätskriterien testen wollen, nutzen Sie unsere online zur Verfügung stehende Scorecard.


Drei Fehler in der Bildungskommunikation: Claudia Wegener in der W&V

Berlin, 21. Februar 2014. Rettet die Wirtschaft ein marodes Bildungssystem oder betreibt sie Lobbyismus in der Kindertagesbetreuung und in der Schule? In den letzten Jahren verstärkten sich die Diskussionen und die Kritik an Unternehmen und Organisationen, die Projekte im Bildungsbereich durchführen. Wer sich im Bildungsbereich engagiert, sollte mit Plan und Bedacht an das Thema herangehen, rät Claudia Wegener.

Zum gesamten Artikel in der W&V


Wer hat's erfunden? Verantwortungsvolle und transparente Absenderkommunikation

Berlin, 5. Februar 2014. Würden Sie einer Information Glauben schenken, ohne die Quelle zu kennen? Den Absender eines Bildungsmaterials zu kennen, ist für Pädagogen grundlegend wichtig bei der Entscheidung, ob sie das Material im Unterricht verwenden möchten. Denn nur so ist es ihnen möglich, sich kritisch mit dem Material auseinanderzusetzen und es hinsichtlich der Eignung für die eigenen Unterrichtsziele zu bewerten. 

Die verantwortungsvolle Kommunikation des Absenders – im besten Fall durch die Nennung auf dem Titel, im Impressum und durch eine Erklärung im Vorwort – ist deshalb das erste unserer zehn Qualitätskriterien für verantwortungsvolle Bildungs-
kommunikation. Der in Zusammenarbeit mit dem Institute Corporate Responsibility Management (ICRM) der Steinbeis Hochschule Berlin (SHB) entstandene Kriterien-
katalog soll dabei unterstützen, Bildungsprojekte von Unternehmen, Regierungsstel-
len und Nichtregierungsorganisationen bewerten zu können.

In den folgenden Monaten stellen wir unsere zehn Kriterien detailliert vor. Zum ersten Kriterium drei Fragen an Claudia Wegener, Geschäftsführerin von capito:
 

Warum wird das erste Kriterium bei der Bewertung von Bildungsmaterialien doppelt gewertet?

Claudia Wegener: Insgesamt wirken sich drei unserer Kriterien stärker auf die Gesamtwertung eines Bildungsmaterials aus. Mit der Gewichtung reagieren wir auf die berechtigte Kritik an Werbung und Einflussnahme im Unterricht. Für die Wertung eines Projekts ist es also deutlich besser, wenn es möglichst werbefrei ist und der Auftraggeber gleichzeitig klar kommuniziert wird, damit die Lehrkräfte die Intention des Auftraggebers einordnen können.

Welchen Vorteil hat die transparente Absenderkommunikation für den Auftraggeber?

Claudia Wegener: Die Auftraggeber eines Materials engagieren sich ja im Bildungsbereich und können mit der transparenten Absenderkommunikation auf ihr Engagement aufmerksam machen. Ein ausgewogenes, qualitativ hochwertiges Material trägt positiv zur Imagebildung der Auftraggeber bei. Es ist also auch für sie eindeutig von Vorteil.

Besteht aber nicht die Gefahr, dass manche Lehrer das Material gleich aussortieren, wenn sie bestimmte Absender sehen?

Claudia Wegener: Lehrer stehen neuen Materialien generell offen gegenüber und sind dankbar für aktuelle Unterrichtsanregungen. Dabei legen sie natürlich Wert auf qualitativ hochwertige und zuverlässige Informationen. Das Gegenteil ist also eher der Fall: Gerade bei „Pro-Contra-Themen“ wird ein Material ohne klar erkennbaren Absender schnell aussortiert, da die Zuverlässigkeit der Informationen nicht eingeschätzt werden kann. Kontrovers angesehene Absender sollten daher, statt zu verschweigen, von wem das Material kommt, besser darauf achten, dass die Informationen ausgewogen sind – d. h. Informationen über das Pro und das Contra vermittelt werden – und das Material nicht als Werbebroschüre daherkommt.


Um Werbebotschaften in Bildungsmaterialien geht es in unserem zweiten Qualitäts-
kriterium. Dieses stellen wir im nächsten Monat genauer vor. Wer das nicht verpassen möchte, kann sich für unseren Newsletter anmelden.

Wenn Sie Ihr Bildungsmaterial testen möchten, nutzen Sie unsere online zur Verfügung stehende Scorecard.


Auftakt zur Jubiläumsrunde: Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik „Alle für Eine Welt – Eine Welt für Alle“

Berlin, 19. November 2013. Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaft-liche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), und Bernd Krupp, Geschäftsführer von Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen, eröffneten heute im BMZ die sechste Runde des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik. Das Motto dieser Jubiläumsrunde: „Global und lokal denken und handeln – Die Welt beginnt vor deiner Tür!“

Sie riefen Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme am Wettbewerb und damit zur Auseinandersetzung mit entwicklungspolitischen Themen auf. Gleichzeitig blickten sie auf zehn spannende Jahre Schulwettbewerb zurück. Anlässlich des Jubiläums werden einige ausgezeichnete Beiträge aus zehn Jahren Wettbewerb erstmals in einer Posterausstellung gezeigt. Über 80.000 Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen aus ganz Deutschland haben sich bisher an den Wettbewerben beteiligt.

„Der Schulwettbewerb lädt Kinder und Jugendliche seit zehn Jahren ein, sich sehr bewusst und ganz konkret mit dem sonst manchmal etwas sperrigen Themenfeld Entwicklungspolitik auseinanderzusetzen, er macht komplexe Zusammenhänge für die Schülerinnen und Schüler greifbar. Für das BMZ ist der Schulwettbewerb damit ein wichtiger Bestandteil unserer entwicklungspolitischen Bildungsarbeit“, betonte Staatssekretär Beerfeltz. Bernd Krupp, Geschäftsführer von Engagement Global gGmbH, lobte das Engagement der Schüler und Schülerinnen: „Die Beispiele aus zehn Jahren zeigen, dass die jungen Menschen sich kreativ mit der Einen Welt auseinandersetzen. Ich bin überzeugt, dass der Schulwettbewerb dauerhaft das entwicklungspolitisches Engagement fördert.“

Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler berichteten in einem Podiumsgespräch, was sie motiviert hatte, für den Schulwettbewerb ein Projekt zu entwickeln – und weshalb sie weiterhin „am Ball bleiben“.

„Durch die Auszeichnung des Bundespräsidenten veränderte sich die Wahrnehmung unseres Projekts in der Schulgemeinschaft. Das hat alle nachhaltig motiviert, dranzubleiben“, berichtete die frühere Teilneh-merin Carina Schmid über den Schulwettbewerb.

„Der Schulwettbewerb war eine tolle Anerkennung und zeigte uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, ergänzte Martin Wauligmann, der ebenfalls erfolgreich am Wettbewerb teilgenommen hatte.

Die aktuelle Runde des Schulwettbewerbs läutete künstlerisch der Berliner Pop-Artist Andora ein: er gestaltete gemeinsam mit den Gästen eine große, weiße Weltkugel als Symbol unserer Einen Welt unter dem Motto des Wettbewerbs „Die Welt beginnt vor deiner Tür!“.

Der Schulwettbewerb 2013/2014 ruft Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 13 auf, sich kreativ mit dem Thema „Global und lokal denken und handeln – ,Die Welt beginnt vor deiner Tür!‘“ zu beschäftigen: in Texten, Filmen, Kunstwerken, Theater- oder Musikstücken, Plakaten oder digitalen Arbeiten. Einsendeschluss ist der 15. März 2014. Zu gewinnen sind Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von über 50.000 Euro. Der Bundespräsident lädt Delegationen der Gewinnerteams zur Preisverleihung ins Schloss Bellevue nach Berlin ein, um ihnen gemeinsam mit dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ihren Preis persönlich zu überreichen.

Der Schulwettbewerb wird im Auftrag des BMZ von Engagement Global gGmbH in Kooperation mit dem Grundschulverband sowie dem Cornelsen Verlag durchgeführt. Unterstützt wird der Wettbewerb von der Kindernothilfe, Care Deutschland-Luxemburg, Plan International Deutschland, der Deutschen Welthungerhilfe sowie Boehringer Ingelheim und den Medienpartnern Frankfurter Allgemeine Zeitung und SPIESSER - die Jugendzeitschrift.

Weitere Informationen finden Sie unter www.eineweltfueralle.de/presse

Bildmaterial der heutigen Auftaktveranstaltung können Sie unter folgendem Link downloaden (ca. 15 MB):
http://www.eineweltfueralle.de/fileadmin/relaunch/media/Presse/EineWelt_Auftaktveranstaltung.zip


Ansprechpartnerin
Engagement Global gGmbH
Heike Wülfing
Telefon 0228 20717-344
heike.wuelfing@engagement-global.de


Pressekontakt
Ute Lange
Telefon 0228 20717-120
presse@engagement-global.de


Information zu Aktionen rund um den Wettbewerb
capito – Bildungskommunikation
Joachim Hummel
Telefon 030 27573-253
Fax 030 27573-100
presse@capito.de


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Blick in die Black Box

Berlin, 18. November 2013. Wir wissen zu wenig über die Dinge, die wir täglich benutzen, meint Prof. Dr. Roman Dengler, Leiter des Instituts für Physik und Technische Bildung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Das Material „Mobile Kommunikation – Technik, die fasziniert“ entstand in enger Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Informationszentrum Mobilfunk e. V. Im Interview mit capito erklärt er, wie man Schüler für Technik und physikalische Sachverhalte begeistern kann und warum das Thema im Unterricht behandelt werden sollte.

capito: Warum sollten Schüler sich mit der Technik der mobilen Kommunikation auseinandersetzen?

Prof. Dr. Roman Dengler:
Handys und Smartphones spielen eine wesentliche Rolle im täglichen Leben der Schüler. Das Verständnis der zugrundeliegenden Technik und der physikalischen Vorgänge ermöglicht eine größere Mündigkeit im Umgang mit mobiler Kommunikation. Die Schüler können sich anhand der Informationen eine eigene Meinung bilden. Ich sehe diese „Black-Box-Zivilisation“ ohnehin sehr kritisch. Wir wissen zu großen Teilen gar nicht mehr, wie die Dinge funktionieren, die wir benutzen.

capito: Das Heft „Mobile Kommunikation – Technik, die fasziniert“ soll einen verantwortungsvollen Umgang fördern. Worin besteht ein mündiger Umgang?

Prof. Dr. Roman Dengler: Durch die fundierte Auseinandersetzung mit der Thematik können die Schüler selbst Nutzen und „Nebenwirkungen“ abwägen. Sie sind in der Lage sich anhand der gegebenen Informationen eine Meinung dazu zu bilden, inwieweit sie zum Beispiel die persönliche Strahlenbelastung minimieren möchten.

capito: Was interessiert die Schüler ihrer Erfahrung nach am meisten an dem Thema?

Prof. Dr. Roman Dengler:
Von vornherein ist das Interesse an technischen Hintergründen eher gering. Im Vordergrund stehen die Funktionen: Telefonieren, SMS verschicken, soziale Netzwerke nutzen, sich mit Spielen die Zeit vertreiben oder das Handy als MP3-Player verwenden. Begeisterung für die Technik entsteht in der Regel erst, wenn man die Schüler auf etwas hinweist, ihnen etwas Interessantes zeigt.

capito: Wie gelingt es Ihnen, das Interesse zu wecken?

Prof. Dr. Roman Dengler: Auf spielerische Art und Weise! Man schaut sich zum Beispiel an, wo guter Empfang herrscht und wo nicht. Das wirft natürlich Fragen auf. Die Schüler können dann selbst entdecken und experimentieren. Das ermöglicht einen motivierten und interessierten Zugang. Im Schulunterricht gibt es zudem Themen, die standardmäßig behandelt werden. Wenn man physikalische Sachverhalte unter Einbeziehung moderner Alltagsgeräte wie Smartphones vermittelt, ist dies sicherlich ansprechender für die Schüler, als wenn man Laborgeräte verwendet, da der Bezug zu ihrem Alltagsleben gegeben ist.

capito
: In diesem Sinne danken wir Ihnen sowohl für das Interview als auch für Ihre fachliche und pädagogische Betreuung des Unterrichtsmaterials zur Technik der mobilen Kommunikation!


Zum Material „Mobile Kommunikation – Technik, die fasziniert“


Foto: Roman Dengler


Qualitätsstandards für verantwortungsvolle Bildungskommunikation veröffentlicht

In Zusammenarbeit mit der Steinbeis Hochschule Berlin erstellt capito – Agentur für Bildungskommunikation eine auf wissenschaftliche Methoden gestützte und überprüfbare Scorecard zur Bewertung von Bildungsprojekten. Das Ziel: mehr Transparenz in der Bildungskommunikation.

Berlin, 11. November 2013. Pünktlich zum fünften Geburtstag veröffentlicht capito – Agentur für Bildungskommunikation einen auf wissenschaftliche Methoden gestützten Kriterienkatalog zur Qualitätssicherung für Kommunikation im Bildungsbereich. Ergänzend zur Printversion des Katalogs liefert capito eine online abrufbare Scorecard, mit der Unternehmen und Organisationen die Qualität ihrer Bildungsmaterialien messen, dokumentieren und bewerten können. Die Idee hinter dem CSR-Projekt ist es, sich der gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen, die aus der Bildung von Kindern und Jugendlichen entsteht, und für mehr Transparenz in der Bildungskommunikation zu sorgen.

Das Projekt „Qualitätsstandards für verantwortungsvolle Bildungskommunikation“ ist capitos proaktive Reaktion auf die lauter werdende Kritik an Unternehmen, die sich im Bildungsbereich engagieren. „Leider gibt es immer noch keine übergeordnete Kontrollinstanz für Bildungsmaterialien von externen Anbietern. Aus diesem Grund findet man immer wieder Projekte, die einseitig und sehr werblich umgesetzt wurden“, so Claudia Wegener, Geschäftsführerin von capito. „Mit unserem Kriterienkatalog wollen wir dem entgegenwirken, denn – wenn richtig umgesetzt – ist die Bildungskommunikation ein Weg, von dem Wirtschaft und Bildung gleichermaßen profitieren können. Ende 2012 haben wir deshalb begonnen, unsere eigenen Qualitätskriterien wissenschaftlich auszuwerten und zu verbessern. Das Ergebnis dieses Forschungsprojektes ist eine überprüfbare Scorecard, mit der Bildungsmaterialen branchen- und organisationsübergreifend bewertet werden können“, so Wegener weiter.

Ab sofort ist die Scorecard auf der Webseite von capito für jeden zugänglich. Die Scorecard ist ein kennzahlenbasiertes Instrument, bei dem innerhalb zehn verschiedener Kriterien eine vorher definierte Punktzahl erreicht werden kann. Einerseits können Unternehmen so Verbesserungsbedarf erkennen und klare Vorgaben für Aktionen erstellen, die anschließend erfüllt werden müssen. Andererseits dient die Scorecard capito dazu, den Entstehungsprozess von Projekten sicht- und greifbar zu machen.

Die zehn Qualitätskriterien für Bildungsprojekte sind:

1. Verantwortungsvolle Absenderkommunikation: Damit Pädagogen wissen, wer das Material in Auftrag gegeben hat.

2. Keine Werbebotschaften: Das Material, das sich direkt an Kinder und Jugendliche richtet, muss frei von Kaufaufrufen und Schleichwerbung sein.

3. Glaubwürdigkeit und Bekenntnis zum Thema: Das Thema passt glaubwürdig zum Auftraggeber, da er eine Kernkompetenz im behandelten Thema aufweist.

4. Relevanz: Die Projekte beziehen sich auf die Lehr- und Bildungspläne.

5. Ausgewogenheit: Verschiedene Meinungen zum Thema müssen zur Geltung kommen.

6. Lücken schließen: Bildungsprojekte sollten akuten Bedarf nach Materialien decken.

7. Anregung zum Einbezug anderer Anspruchsgruppen: Das Ziel hier ist, eine positive gesamtgesellschaftliche Auswirkung zu begünstigen.

8. Pädagogische Qualität: Diese muss durchgängig gewährleistet sein, damit Pädagogen, Kinder und Jugendliche von den Bildungsprojekten profitieren.

9. Einbezug von Pädagogen bei der Erstellung: Sie ermöglichen, dass die Materialien fachgerecht umgesetzt und gestaltet werden.

10. Einbezug von Kindern und Jugendlichen bei der Erstellung: Dient dazu, die Lebensrealität und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zu verstehen und sie für das Lernen zu begeistern.

Die Veröffentlichungen sind Resultat der Zusammenarbeit der Steinbeis Hochschule Berlin ICRM und capito – Agentur für Bildungskommunikation. Das ICRM wird im Rahmen des Programms „CSR – Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“ durch den Europäischen Sozialfonds und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

Über capito: capito – Agentur für Bildungskommunikation GmbH wurde 2008 als Tochteragentur von cobra youth communications GmbH in Berlin-Friedrichshain gegründet. Unter dem Motto „Wissen vermitteln, Kinder und Jugendliche begeistern“ entwickelt capito kostenfreie Bildungsmaterialien, Wettbewerbe und Schulaktionen für den handlungsorientierten Unterricht. Zu den Kunden der Agentur zählen Nichtregierungsorganisationen, staatliche Einrichtungen sowie Verbände und Unternehmen. Im Jahr November 2013 veröffentlichte capito mit „Qualitätsstandards für verantwortungsvolle Bildungskommunikation“ einen Kriterienkatalog, mit dem Bildungsprojekte bewertet und verbessert werden können. Die Geschäftsführung verantwortet Claudia Wegener, der Firmensitz ist in Berlin.

Medienkontakt: 
Rebecca Randak | rra@capito.de | (030) 27 57 30 | (0171) 875 99 32

 

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Mobile Kommunikation – Technik, die fasziniert

Neues Unterrichtsmaterial des Informationszentrums Mobilfunk erklärt technische und physikalische Zusammenhänge des Mobilfunks

Berlin, 29. Oktober 2013. Mobile Kommunikation ist ein attraktives und aktuelles Thema für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Das zeigt das neue Unterrichtsmaterial „Mobile Kommunikation – Technik, die fasziniert“, das das Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF) im Rahmen des Schulprojekts Mobilfunk veröffentlicht. Die kostenlosen Materialien sind für den Einsatz in der Sekundarstufe I und II geeignet und knüpfen an die Lehr- und Bildungspläne für den Physikunterricht und für technische Unterrichtsfächer an.

„Mobile Kommunikation – Technik, die fasziniert“ besteht aus einem 12-seitigen Lehrerheft und einem Online-Materialpool. Der Themenschwerpunkt liegt auf den elementaren technischen und physikalischen Zusammenhängen der Mobilfunktechnologie. Die didaktischen Empfehlungen zielen auf einen handlungsorientierten und experimentellen Unterricht, durch den die Funktionsweise der Mobilfunktechnik transparent und die Medienkompetenz gefördert werden.

Das Lehrerheft enthält kurze Einführungen in die einzelnen Themen und liefert praktische Unterrichtsanregungen – insbesondere auch für die Vermittlung von Kompetenzen. Der Online-Materialpool enthält ergänzend zahlreiche Arbeitsblätter, Versuchsanleitungen und Grafiken zum Herunterladen, ein umfangreiches Online-Lexikon sowie themenbezogene Kurzfilme, Buch- und Linktipps. Unter www.schulprojekt-mobilfunk.de/unterrichtsmaterialien/online stehen das Lehrerheft, der Materialpool und die weiterführenden Informationen zum Download bereit. Das Lehrerheft kann dort auch in gedruckter Form bestellt werden.

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„Man nimmt die Schüler anders wahr“

Berlin, 12. September 2013. Aufgrund einer aktuellen Studie zum Ganztagsangebot deutscher Schulen spricht sich die Bertelsmann Stiftung für einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz aus. Auch bei Eltern stehen Ganztagsschulplätze ganz oben auf der Wunschliste. Im Interview berichtet Ulrike Platz, Mitglied im pädagogischen Beirat von capito, aus ihren langjährigen Erfahrungen als Lehrerin an Ganztagsschulen.


capito: Wie war das Ganztagskonzept an den Schulen, an denen Sie unterrichtet haben?

Ulrike Platz: Ich habe an mehreren Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen unterrichtet, diese waren immer gebundene Ganztagsschulen. Der Unterricht fand also von 8 bis 16 Uhr statt. Mittags gab es eine Versorgung durch die Mensa.

capito: Welche Erfahrungen haben Sie mit dem ganztägigen Unterrichten gemacht?

Ulrike Platz: Grundsätzlich gute. Man hat als Lehrerin die Möglichkeit, seine Schülerinnen und Schüler anders wahrzunehmen, da man sie nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Freizeit erlebt. In den Arbeitsgemeinschaften nimmt man sie nicht nur leistungsgebunden wahr, sondern bekommt auch andere Seiten von den Schülerinnen und Schülern mit.

capito: Eltern wünschen sich laut aktueller Umfragen mehr Ganztagsschulen. Wie beliebt ist das Ganztagsangebot bei Schülerinnen und Schülern und bei den Lehrerkräften?

Ulrike Platz: Viele Lehrerinnen und Lehrer finden es lästig wegen längerer Aufenthaltsdauer an der Schule und vielen Springstunden. Die Lehrkräfte haben ja auch in den meisten Fällen keinen eigenen Arbeitsplatz an der Schule, an dem man die Zeit zwischen Stunden gut nutzen kann. Die Schülerinnen und Schüler hingegen finden es gut, wenn es attraktive Angebote über den eigentlichen Unterricht hinaus gibt. Ihre Eltern haben sie ja auch bewusst an einer Ganztagsschule angemeldet. Wenn sie von einer Grundschule ohne Ganztagsangebot kamen, waren sie anfänglich nachmittags müde, innerhalb eines halben Jahr hatten sie sich aber daran gewöhnt.

capito: Viele Schulen gehen ja von der Halbtagsschule über zur Ganztagsschule. Welche Gegebenheiten müssen für ein Ganztagsangebot einer Schule erfüllt sein, damit es für alle einen Mehrwert bietet?

Ulrike Platz: Vor allem räumliche Bedingungen müssen erfüllt sein. Es muss eine Mensa für die Versorgung in der Mittagszeit geben. Dies bedeutet für Schulen ohne Mensa natürlich große Umbaumaßnahmen. Aufenthaltsräume müssen vorhanden sein wie etwa Räume als Treffs oder für andere Freizeitaktivitäten wie z. B. Kickern. Vor allem bei Mädchen sind auch die „Snoozle“-Räume sehr beliebt, in denen ausgeruht und entspannt werden kann. Auch eine Cafeteria für die Versorgung in den Pausen oder als Lernaufenthalt für die Oberstufen ist wichtig.

capito:
Wie sieht es mit personellen Bedingungen aus?

Ulrike Platz: Bei der Lehrerversorgung gibt es einen „Ganztagszuschlag“, weil die Lehrkräfte natürlich zusätzlich zu den Unterrichtsstunden andere Aufgaben haben wie etwa die Aufsicht in verschiedenen Räumen des Freizeitbereichs oder die Betreuung von Arbeitsgemeinschaften im außerunterrichtlichen Bereich. Sehr hilfreich sind auch Personen, die nicht den Lehrerberuf haben, z. B. Sozialpädagoginnen und -pädagogen. Sie werden sehr häufig von den Schülerinnen und Schülern als Ansprechpartner aufgesucht, haben also eine wichtige Rolle im sozialen Bereich. Die Schulen streben auch an, die Eltern stark mit einzubeziehen. An meiner Schule hat der Elternförderverein z. B. die Cafeteria organisiert, einige Eltern bieten auch Arbeitsgemeinschaften im Freizeitbereich an.

capito: Wie wirkt sich der ganztägige Unterricht auf das Sozialverhalten und die Leistung der Schülerinnen und Schüler aus?

Ulrike Platz:
Die Ganztagsschule hat einen positiven Effekt auf das Sozialverhalten. Dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler länger zusammen sind, bestimmt die Schulgemeinschaft ihr Leben stärker. Sie sind mehr auf die Gemeinschaft angewiesen, da die Zeit fehlt, um in Vereine, kirchliche Jugendgruppen o. Ä. zu gehen. Um die Leistung der Schülerinnen und Schüler zu fördern, gibt es manchmal extra ausgewiesene Lernzeiten, um Aufgaben gemeinsam zu erledigen, sich mit Mitschülerinnen und -schülern auszutauschen oder die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer zu fragen.

capito: Was halten Sie von der Forderung nach einem Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz?

Ulrike Platz: Davon halte ich nichts. Ich denke, dass es genug Plätze gibt. Eltern, die eine Ganztagsschule für ihr Kind wollen, finden auch eine. Gymnasien sind ab der 7. Klasse ja faktisch eh ganztägig. Seit G8 reicht das Volumen der Stunden ohnehin in den Nachmittag hinein.

capito:
Gibt es noch etwas, das Sie gern zu dem Thema sagen möchten?

Ulrike Platz:
Ich wundere mich über Lehrerinnen und Lehrer, die in den Ganztag gehen und das als Belastung empfinden. Ich kam direkt nach meinem Referendariat an eine Ganztagsschule, für mich ist das normal. Viele Lehrerinnen und Lehrer sowie auch die Schulen haben erkannt, dass sie den Ganztag anbieten müssen, weil die Eltern diese Schulform stark nachfragen. Das Ganztagsangebot bietet dann eben auch einen Wettbewerbsvorteil. Bei sinkenden Schülerzahlen ist das ein Argument, den Weiterbestand der Schule zu sichern, insofern werden Schulen ein wenig zu ihrem Glück gezwungen.

capito: Vielen Dank für das Interview!


„Das halte ich für Bevormundung“

Berlin, 14. August 2013. Eine Handreichung des baden-württembergischen Kultusministeriums zum Umgang von Lehrern mit Facebook sorgte für Aufruhr. Unser Mitglied im Pädagogischen Beirat Torsten Wahl, Lehrer an einer Sekundarschule in Sachsen-Anhalt, berichtet aus der Praxis: Was Facebook für den Unterricht für Chancen birgt, was von einer allgemeinen Regelung zum Facebook-Umgang zu halten ist und wie er persönlich Schule, Internet und Privatsphäre unter einen Hut bekommt.


capito: Gibt es Schüler unter Ihren Facebook-Freunden?

Torsten Wahl:
Ja, die gibt es, aber primär nutze ich den Account privat. Wenn dann kommen die Kontaktanfragen von den Schülern, vor allem von ehemaligen, aber mittlerweile auch von Schülern, die ich selbst in der Klasse habe. Das hat sich durch eine Klassenfahrt so ergeben.

capito: Wählen Sie aus, welche Freundschaftsanfrage Sie annehmen und welche nicht?

Torsten Wahl:
Ja, das mache ich. Die Schüler, mit denen ich „befreundet“ bin, können damit auch behutsam umgehen.

capito: Schränken Sie Ihr Profil in den Sichtbarkeitseinstellungen ein?

Torsten Wahl: Ja, Schüler können allgemeine Informationen sehen, die ich auch so in der Öffentlichkeit sagen würde, private Dinge aber nicht.

capito: Nutzen Sie denn Ihre Schülerkontakte auch beruflich?

Torsten Wahl: Selten, z. B. wenn es um eine Terminerinnerung geht. Zweimal hat mich eine Schülerin wegen Hausaufgaben angeschrieben. Aber ich nutze die Anwesenheit bei Facebook auch, um das Netzwerk im Unterricht zu thematisieren oder Schüler darauf hinzuweisen, dass das ein oder andere Bild keine so gute Wirkung haben könnte, wenn man mal ein paar Jahre weiterdenkt. Eine Schülerin hatte sich auch mal einen sehr speziellen Namen ausgedacht; das habe ich mit ihr dann auch besprochen.

capito: Wie bewerten Sie die Empfehlungen zur Facebook-Nutzung des Kultusministeriums von Baden-Württemberg?

Torsten Wahl: Nach dem, was da in dem Schreiben vorgegeben ist, muss es ja Fälle gegeben haben, in denen sich über Facebook über Zensuren o. ä. ausgetauscht wurde. Das gehört in dieses Netzwerk nicht rein.

capito: Diese Regelung enthält auch das Kontaktverbot zwischen Lehrern, sofern die Kommunikation dienstlicher Art ist. Was halten Sie davon?

Torsten Wahl: Das halte ich für Bevormundung, ja Gängelung des Lehrers. Das ist ja, als würde man dem Lehrer vorschreiben, was er trinken oder essen sollte oder ob er rauchen dürfe. Zumal es als sehr nachdrückliche Empfehlung geschrieben ist, die eine Verbindlichkeit des Einhaltens fordert.

capito: Welche Kommunikationswege nutzen Sie, um mit Schüler in Kontakt zu treten?

Torsten Wahl: Telefon, das direkte Gespräch, für Terminvereinbarungen gibt es auch Briefe.

capito: Gibt es bei Ihnen an der Schule zur Nutzung von Facebook eine konkrete Regelung?

Torsten Wahl:
Nein, das spielt auch im Kollegium nicht so eine Rolle, es sei denn, es geht zwischen den Schülern hin und her. Die Schulleitung gibt da auch nichts vor.

capito: Vorbildfunktion Lehrer: Kritische Stimmen sagen, dass Facebook als „datenschutzlöchrige Internetkrake“ in jedem Fall umgangen werden soll. Kann man als Lehrer ein falsches Vorbild sein?

Torsten Wahl: Das ist eine gute Frage. Aber man soll ja mit den Schülern darüber reden, also muss man dort ja auch angemeldet sein. Und nur, wenn man dort auch Kontakt zu den Profilen der Schüler hat, kann man Öffentlichkeitswirkung und -einstellung im Unterricht thematisieren. Auf einer Fortbildung der Medien-Anstalt Sachsen-Anhalt wurde schon vor langer Zeit die zunehmende Bedeutung von Facebook angesprochen. Das hat SchülerVZ dann einfach abgelöst, weil es cooler sei und „erwachsen“ wirkt. Außerdem ist jeder Lehrer ja auch Privatmensch. Die Schüler haben mich gefunden, obwohl ich kein Foto als Profilbild habe. Jeder muss selbst wissen, welche Daten er veröffentlicht, ob als Hausfrau oder Lehrer.

capito dankt herzlich für das Gespräch! 


„Der Trend geht in Richtung verantwortungsvolle Bildungskommunikation“

HORIZONT 32/2013, 8. August 2013. Die aktuelle Ausgabe von Horizont beleuchtet dieses Mal unternehmerisches Engagement an Schulen und geht auch explizit auf das Thema Bildungskommunikation ein. Unsere Geschäftsführerin Claudia Wegener wurde für den Beitrag interviewt.

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Macht mit bei der größten Blumenwiese der Welt!

Die Biene Maja ruft Kitas und Familien zum großen Mal-Wettbewerb auf +++ Bildungsmaterial begeistert Kinder für Honigbienen und deren Schutz +++ Leckere Honig-Ideen und spannende Bau- und Bastelanleitungen für Erzieherinnen und Erzieher +++ Jetzt Materialien kostenfrei downloaden +++ Bis 30. September 2013 Blumenbilder einsenden und tolle Preise für Kitas und Familien gewinnen +++

Berlin/München, 22. Juli 2013. Kinder sind Entdecker! Sie interessieren sich für außergewöhnliche Phänomene ebenso wie sie kleinen Dingen in ihrer Umgebung große Aufmerksamkeit schenken. Daher wundert es nicht, dass auch das kleinste aller Nutztiere, die Biene, Kinder – vor allem in der Blütezeit – in Staunen versetzt.

Momentan fliegen nicht nur die Honigbienen wieder von Blüte zu Blüte, auch Die Biene Maja summt – neuerdings in CGI/3D – durch das Kinderfernsehen. Sie ruft Kitas und Familien zur großen Mal-Aktion „Macht mit bei der größten Blumenwiese der Welt!“ auf. Kinder können sich in der Kita und von zu Hause mit einem Blumenbild an der Aktion beteiligen und Biene Maja so beim Wachsen der größten digitalen Blumenwiese helfen.

Begleitet wird die Aktion von kostenfreiem Lernmaterial für Kitas und Kindergärten. Es vermittelt Kindern altersgerecht Wissen über das Leben, die Wichtigkeit und die aktuelle Gefährdung der Honigbienen. Mit Spiel-, Bastel- und Backanleitungen sowie Tipps für Entdeckerausflüge lernen Kinder, dass Bienen nicht nur Honiglieferanten sind, sondern alle Nutz- und Wildpflanzen bestäuben und damit unser vielfältiges Obst- und Gemüseangebot sichern. Erzieherinnen und Erziehern steht das Bildungsmaterial auf www.capito.de zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Die schönsten Bilder werden prämiert! Die Kinder gewinnen einen von sechs Tagen im Holiday Park Haßloch für die ganze Familie am 5. und 6. Oktober 2013. Unter allen teilnehmenden Kitas werden zudem drei Maja-Körbe mit tollen Preisen verlost. Majas Blumenwiese wächst auf www.DieBieneMaja.de/Blumenwiese. Für jedes eingesandte Bild spendet Studio 100 Media an DIE TAFELN – eine gemeinnützige Organisation, die überschüssige Lebensmittel an Bedürftige weitergibt – 0,50 Euro, maximal 10.000 €.

Idee, Redaktion und Gestaltung stammen von capito – Agentur für Bildungskommunikation in Zusammenarbeit mit Studio 100 Media.

Blumenbilder einsenden
Blumenbilder bitte im A4-Hochformat am besten
per E-Mail an blumenwiese@capito.de oder
per Post an:
capito, Stichwort „Blumenwiese“
Boxhagener Str. 76–78, 10245 Berlin

Bitte Namen und Alter auf der Rückseite und den Absender auf dem Umschlag nicht vergessen. Einsendeschluss ist der 30. September 2013. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Pressekontakt
Studio 100 Media GmbH – a Studio 100 Group company
Nicole Braun
Head of Communications
Nymphenburger Str. 82, 80636 München
Tel: (089) 960 855-156
E-Mail: nicole.braun@studio100media.com
www.studio100media.com


Kontakt
capito – Agentur für Bildungskommunikation GmbH
Joachim Hummel
PR & Redaktion
Boxhagener Str. 76–78, 10245 Berlin
Tel: (030) 275 73-253
E-Mail: jhu@capito.de
www.capito.de

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„Die Kinder gehen sehr neutral heran“

Berlin, 13. Juni 2013. Alexandra Wolter ist Lehrerin an der Kooperativen Gesamtschule Moringen in Niedersachsen. Mit ihrer überaus interessierten Klasse nahm sie am Workshop zur Antidiskriminierung mit dem Schwerpunkt auf den Diskriminierungsgrund Behinderung teil. Beim Workshop ging es auch darum, Inklusion an der eigenen Schule voranzutreiben. Anschließend befragten wir Frau Wolter zu ihren Erfahrungen mit Inklusion und deren Umsetzung.

capito: Wie steht es um Inklusion an Ihrer Schule?

Alexandra Wolter: Wir sind sehr bemüht, Inklusion an unserer Schule umzusetzen. Vor zwei Jahren wurde damit begonnen, wir befinden uns also noch in der Testphase. In Moringen und in Nörten-Hardenberg gibt es jeweils zwei „I-Klassen“ im 5./6. Jahrgang mit jeweils 3 bis 4 Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigung. Die Schülerinnen und Schüler werden durch Einzelfallhelferinnen und -helfer begleitet. Es sind wenig körperbehinderte Schülerinnen und Schüler dabei, da noch an den barrierefreien Zugängen in der Schule gearbeitet wird. Es ist ja eine sehr große Schule mit ca. 1.600 Schülerinnen und Schülern; die baulichen Maßnahmen brauchen also etwas Zeit. In den „I-Klassen“ sind deshalb zunächst hauptsächlich Kinder mit Lernbehinderungen/Lernschwächen und geistigen Behinderungen.

capito: Unterrichten Sie Schülerinnen und Schüler mit Behinderung?

Alexandra Wolter: Ja, in der Oberstufe. In der 11. Klasse ist ein halbseitig gelähmter Junge. Er braucht vor allem Unterstützung beim Schreiben, teilweise auch beim Sprechen. Das Artikulieren fällt ihm mitunter schwer, vor allem wenn er sich gestresst fühlt.

capito: Wie gestaltet sich der Unterricht und wie reagieren die Mitschülerinnen und -schüler?

Alexandra Wolter: Es gibt eigentlich keine größeren Schwierigkeiten. Vom Tempo her kann er nicht immer mithalten, da braucht es etwas Geduld und ihm muss mehr Zeit gegeben werden. Dies macht sich vor allem bei Klassenarbeiten bemerkbar. In der Klasse ist er aber voll integriert. Er fühlt sich dort sehr wohl und ist gut aufgehoben.

capito: Was braucht es vor allem noch für die Umsetzung von Inklusion?

Alexandra Wolter: Schulen sind noch nicht sehr barrierefrei, es müssen also noch sehr viele bauliche Maßnahmen vorgenommen werden. Aber auch die Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer ist ein wichtiger Punkt. Denn die Einzelfallhelferinnen und -helfer sind nicht den ganzen Tag da und auch nicht jeden Tag. Die Lehrkräfte sind durch ihre Ausbildung nicht genügend vorbereitet und brauchen hier Hilfe durch Fortbildungen.

capito: Wie ist es bei den Schülerinnen und Schülern?

Alexandra Wolter: Hier habe ich noch gar nichts Negatives mitbekommen. Die Schülerinnen und Schüler werden natürlich auch am Anfang aufgeklärt, wenn eine „I-Klasse“ gegründet wird. Die Kinder gehen da sehr neutral heran, da habe ich bisher nur sehr positive Erfahrungen gemacht. Das liegt aber sicherlich auch daran, dass es sich um eine Gesamtschule handelt. Die Kinder erleben von Anfang keine solche Trennung wie zwischen Realschule, Gymnasium und Hauptschule und wissen um das Terrain – sie bewegen sich von Anfang an in einer Gemeinschaft mit Unterschieden.

capito: Vielen Dank für das Interview!

Eine Bildergalerie vom Workshop mit Frau Wolters Klasse gibt es auf unserer Facebook-Seite.


Schüler proben den Aufstand

Unterrichtsprojekt zum 60. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 +++ Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur fördert Planspiel für die Klassen 3 bis 6 zum Volksaufstand in der DDR +++ Schüler nähern sich spielerisch dem Thema Opposition und Widerstand +++ Planspiel „Probe den Aufstand“ kostenfrei bestellbar

Berlin, 15. Mai 2013. 2013 jährt sich der Volksaufstand in der DDR zum 60. Mal. Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 ist ein wichtiges Kapitel in der deutsch-deutschen Geschichte und kann zur Auseinandersetzung mit dem Thema Widerstand in der DDR dienen. Er bietet zudem Anlass, sich mit Demokratie und Diktatur zu beschäftigen.

Da der 17. Juni – und damit die Beschäftigung mit dem Volksaufstand und dem Widerstand in der DDR – in den Lehrplänen als auch der schulischen Praxis hinter andere geschichtliche Themen zurücktritt, fördert die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur die Erstellung des Planspiels und des Unterrichtsmaterials „Probe den Aufstand“.

Mit dem Planspiel wird die Geschichte des Widerstands in der DDR anhand der Vorkommnisse um den 17. Juni 1953 für Schüler erlebbar gemacht. Die Schüler werden über Befragungen im persönlichen Umfeld an die Zeit und das Thema herangeführt und können im Spiel eigene Entscheidungen treffen. So werden Grundsteine für die spätere, differenzierte Auseinandersetzung gelegt. Das Selbsterleben im Rahmen des Planspiels unterstützt die Entwicklung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins.

Mit diesem Ansatz hat capito nun das Bildungsprojekt „Probe den Aufstand“ als ein praxisnahes und altersgerechtes Arbeitsmaterial entwickelt, das Pädagogen darin unterstützt, politische Bildung bereits in der Grundschule zu vermitteln.

Das Unterrichtsmaterial besteht aus Spielanleitungen, Spielmaterialien und Arbeitsblättern. Es unterstützt Lehrkräfte der Klassen 3 bis 6, Schüler mit historischen Informationen in Berührung zu bringen, sodass sie sich aktiv mit demokratischen Grundwerten auseinandersetzen. Durch das eigene Spiel lernen die Schüler die schlechte Lebenssituation, Nahrungsmittel-Engpässe und fehlende politische Mitsprache in der DDR kennen. Jede Spielphase wird mit illustrierten Arbeitsblättern vor- und nachbereitet und abschließend im Klassengespräch ausgewertet.

Planspiel und Unterrichtsmaterial wurden von capito – Agentur für Bildungskommunikation entwickelt. Die Umsetzung wurde von Pädagogen und Historikern begleitet und mit einer Grundschulklasse im Unterricht probegespielt.

Pädagogen können die Materialien kostenfrei auf www.capito.de in Printform bestellen.

Unter folgendem Link finden Sie Bildmaterial zur kostenfreien Nutzung in Verbindung mit einer Berichterstattung über das Planspiel. Wir würden uns über die Zusendung eines Beleg-Exemplars freuen. Die Bildrechte liegen bei capito – Bildungskommunikation.
download.cobra-tech.de/download/STA/BSTA_capito_Planspiel_Bilder.zip

 

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Über die Bundesstiftung AufarbeitungDie Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat den gesetzlichen Auftrag, die umfassende Aufarbeitung der Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in SBZ und DDR zu befördern, den Prozess der Deutschen Einheit zu begleiten und an der Aufarbeitung von Diktaturen im internationalen Maßstab mitzuwirken. Gemeinsam mit anderen Institutionen und zahlreichen Partnern im In- und Ausland unterstützt sie die Auseinandersetzung mit den kommunistischen Diktaturen in der SBZ/DDR und in Ostmitteleuropa, um das öffentliche Bewusstsein über die kommunistische Gewaltherrschaft zu befördern.
www.bundesstiftung-aufarbeitung.de

Über capito
Die Berliner Agentur capito – Agentur für Bildungskommunikation GmbH hat sich „Wissen vermitteln, Kinder und Jugendliche begeistern“ auf die Fahnen geschrieben. Unter Mitwirkung eines Pädagogischen Beirats entwickelt capito kostenfreie Bildungsmaterialien, Wettbewerbe und Schulaktionen für den handlungsorientierten Unterricht.
www.capito.de


Bestellungen
Online auf www.capito.de oder per E-Mail unter Angabe von Namen und vollständiger Schuladresse:
paedagogenservice@capito.de 


Presse-Kontakt
capito – Agentur für Bildungskommunikation GmbH
Joachim Hummel
T: (030) 275 73–253 | F: (030) 275 73–100
E: jhu@capito.de | www.capito.de

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„An manche Eltern kommt man nicht heran“

Berlin, 07. Mai 2013. Eltern und Lehrer wollen viel für ihre Schützlinge – meistens sogar das Gleiche. Und doch gibt es die größten Auseinandersetzungen. Nach Erscheinen des Kompasses für die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus der Vodafone Stiftung Deutschland fragen wir nach einem ganz persönlichen Blick aus der Praxis. Falko Stolp, Rektor einer Thüringer Regelschule und Mitglied im pädagogischen Beirat von capito, berichtet.

capito: Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Zusammenarbeit mit Eltern?
 
Falko Stolp: Das ist ein sehr schwieriges Thema! In einer Regelschule, vor allem in Städten, Neubaugebieten, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern nicht so einfach. Das heißt, das Interesse zur Zusammenarbeit ist sehr unterschiedlich. An manche Elternhäuser kommt man gar nicht heran. In Gymnasien ist das bedeutend besser.
 
capito: Gehören Kooperationen zwischen Schülern, Eltern und Lehrern zum Schulalltag?

Falko Stolp: Ich habe zum Beispiel in der letzten Woche einen europäischen Workshop für Erwachsene an unserer Schule gemacht. Da wollte ich auch Eltern mitmachen lassen. Es war kostenmäßig alles geklärt. Trotz vielfältiger Bemühungen ist es mir nicht gelungen. Selbst am europäischen Abend, einem gemeinsamen Essen an der Schule, ist nur ein Elternteil gekommen.

Wir versuchen mit bestimmten Strukturen, regelmäßige Zusammenarbeit hinzubekommen, zum Beispiel mit regelmäßigen monatlichen Elternsprechtagen, zwei Elternversammlungen im Jahr, mindestens zwei Schulkonferenzen und Elternsprecherversammlungen nach Wahl.
In einzelnen Klassen gibt es auch Elternstammtische und regelmäßige Einzelgespräche.

capito: Was würden Sie sich als Lehrer wünschen?
 
Falko Stolp: Ich hoffe jetzt auf die nächsten Monate, um eine aktivere Zusammenarbeit mit den Elternhäusern herzustellen. Grund ist, dass wir eine Gemeinschaftsschule gründen wollen und da werden wir versuchen, alle Beteiligten einzubeziehen – zum Beispiel bei der Suche nach einem Schulnamen und dem Aufstellen des Leitbildes und des gesamten Konzeptes. Da sind wir gerade in der Organisationsphase. Eine weitere Veränderung wird sein, dass nach der neuen Schulordnung Lernentwicklungsgespräche mit den Eltern stattfinden müssen.

capito: Dann wünschen wir Ihnen noch viel Erfolg für die zukünftige Zusammenarbeit! Danke für das Gespräch!

 

Mehr über unseren pädagogischen Beirat erfahen Sie hier.


„Kinder wollen Geschichte verstehen“

Berlin, 4. April 2013. Kathrin Rohwäder ist Klassenlehrerin einer dritten Klasse in Berlin. Sie testete mit uns das Planspiel „Probe den Aufstand“, mit dem Schülerinnen und Schüler der dritten bis sechsten Klasse an das Thema Opposition und Widerstand in der DDR am Beispiel des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 herangeführt werden. Anschließend befragten wir Frau Rohwäder zu politisch-historischer Bildung in der Grundschule und Planspielen als Unterrichtsmethode.
 
capito: Machen Politikerziehung und Geschichtsunterricht in den ersten Schuljahren schon Sinn? Haben die Schülerinnen und Schüler überhaupt genug Vorwissen, um politische Themen erfassen zu können?
 
Kathrin Rohwäder: Auch die jüngeren Kinder wollen geschichtliche Ereignisse verstehen und mehr davon erfahren. Jenseits von unserem Planspiel fragen meine Schülerinnen und Schüler bei jeder sich bietenden Gelegenheit nach. Oftmals geben tagesaktuelle Ereignisse den Anlass. Politisch-historische Bildung ist auch Bestandteil der Rahmenlehrpläne der Berliner Grundschule – allerdings tatsächlich erst ab Klasse vier mit dem Themenschwerpunkt „Berlin und die historische Entwicklung der Stadt“ im Fach Sachkunde. Doch auch die kleineren Schülerinnen und Schüler sind an politisch-historischen Themen interessiert. Dabei fehlt ihnen zwar noch die Systematik und die Fähigkeit, ihr Wissen vom Konkreten zum Abstrakten abzuheben, was aber nicht davon abhalten sollte, historische und politische Konflikte auch mit jüngeren Schülerinnen und Schülern zu behandeln.

capito: In welchem Maß und mit welchen Methoden lernen Grundschülerinnen und -schüler etwas über demokratische Rechte und Werte?

Kathrin Rohwäder: Demokratische Rechte und Werte werden in der Grundschule sukzessive – entsprechend der Altersgruppe – vermittelt und vor allem erfahrbar gemacht. Das beginnt in der ersten Klasse mit dem wöchentlich stattfindenden Klassenrat, bei dem alle Schülerinnen und Schüler der Klasse über selbstgewählte Themen diskutieren unter dem Vorsitz einer Schülerin bzw. eines Schülers. In Klasse drei tritt die Wahl des Klassensprechers hinzu, ab Klasse fünf die Teilhabe an der Schulkonferenz. Im Fachunterricht Geschichte und Sozialkunde beginnt ab Klasse fünf erstmals die systematische Vermittlung von demokratischen Strukturen. Die Vermittlung demokratischer Werte ist immanenter Bestandteil des Unterrichts.

capito: Was halten Sie von Planspielen als Unterrichtsmethode? Haben Sie vor unserem Praxistest Planspiele eingesetzt?

Kathrin Rohwäder: Bei besonders schwierigen Sachverhalten, die durchaus sehr kontrovers betrachtet werden können, greife ich gern zu Planspielen. Dadurch wird die Auseinandersetzung, die zu dem Sachverhalt geführt wird, für alle Schülerinnen und Schüler so transparent wie möglich gemacht und die Dialektik erlebbar. Dazu braucht man allerdings die „große Klassendiskussion“, an der alle beteiligt sind und bei der alle die Argumente für oder gegen eine Sache hören, gegebenenfalls auch erwidern und andere überzeugen können. Argumente können Grundschülerinnen und -schüler jedoch immer nur dann formulieren, wenn sie über ausreichend Wissen verfügen. Dafür setze ich relativ ausdifferenzierte Rollenkarten ein, sodass möglichst viele Seiten des Sachverhalts in ihrer Komplexität verdeutlicht werden und nach Möglichkeit in der Diskussion zum Tragen kommen. Bei den älteren Jahrgängen habe ich die  Vorbereitung auf die Rolle immer als Hausaufgabe aufgegeben und die Beteiligung an der Diskussion eingeschätzt und bewertet. So kann man relativ sicher sein, dass keine Facette untergeht.

capito: Vielen Dank für das Interview!


Eine Bildergalerie vom Praxistest mit der Igelklasse von Frau Rohwäder gibt es auf unserer Facebook-Seite.


Vor der Schule ist nach der Uni

Berlin, 4. April 2013. Die Kluft zwischen Wissenschaft und Praxis kann sehr tief sein, die Lücken zwischen Lehramtsstudium und den Anforderungen des Schulalltags noch tiefer. Unsere studentische Mitarbeiterin Laura Grimm warf sich in den Alltag der Unterrichtenden und lernte dabei nicht nur, ihren Idealismus zu verteidigen.

Nach nunmehr 4,5 Jahren Hochschulstudium mit dem Ziel, irgendwann einmal Lehrerin zu werden, war es in diesen Semesterferien soweit: Ich wurde das erste Mal offiziell auf Schüler losgelassen! Ganz echte, reale, lebendige Schüler! Dass es diese gibt, war mir natürlich nicht neu. Darüber wurden wir im Studium an der einen oder anderen Stelle durchaus informiert. Und auch darüber, dass es ebendiese selbstständig denkenden und handelnden Individuen seien, die es unter allen Umständen zu fördern gilt!
 
Doch von vorn: Da ich bereits die Bekanntschaft meiner Mentorin gemacht hatte und auch wusste, welche Klasse ich an welchen Tagen unterrichten würde, hielt sich meine Aufregung in Grenzen. Zumal ich die ersten Stunden eh hospitieren, also dem Unterricht nur beiwohnen würde. Generell sieht meine Studienordnung vor, dass ich von den 40 vorgeschriebenen Präsenzstunden in der Schule lediglich 6 eigenständig unterrichte. Das klingt machbar! Auch wenn es bedeutet, dass man mit insgesamt 12 Stunden Unterrichtserfahrung (immerhin haben wir ganze zwei Praktika während unseres Studiums) ins Referendariat geht …
 
Die nicht vorhandene Aufregung schlug schnell ins Gegenteil um, als ich das Schulgebäude betreten wollte und mir eine Lehrerin mit den Worten „Schüler erst 8:45 Uhr!!!“ die Tür vor der Nase zuschlug. Meine gestammelten Erklärungsversuche wurden überhört und so stand ich inmitten einer Schülermeute vor dem riesenhaften Schulgebäude und fühlte mich … nun ja … merkwürdig.

„Haben Sie sich das gut überlegt?“

Irgendwann kam dann noch eine beschlüsselte Kollegin, der ich vorab schon, so schnell mein Mundwerk es zuließ, erklärte, dass ich hier ein Praktikum absolvierte und „bitte, bitte“ mit ins Schulgebäude müsse. Mission accomplished! Und so meanderte ich mich durch die ellenlangen, noch schülerleeren Flure, treppauf, treppab, bis ich schon reichlich überfordert den Raum erreichte, in dem die erste Hospitationsstunde bei meiner Mentorin stattfinden sollte. Nach einer kurzen Begrüßung und einer Fülle von Informationen, die auf mich einprasselten, kamen auch schon die Schüler. Ich setzte mich in die letzte Reihe und versuchte, nicht aufzufallen. Der Plan ging absolut nicht auf. „Wer sind´n Sie?“, „Sind Sie unsere neue Lehrerin?“, „Wollen Sie uns wirklich unterrichten?“, „Haben Sie sich das gut überlegt? Hihi!“
 
Hatte ich mir das gut überlegt? Keine Ahnung! Genau diese Frage wurde mir während meines gesamten Studiums nie gestellt. Und nun bekam ich sie nicht nur von den Schülern, sondern auch von den Kollegen immer wieder zu hören – zumeist unterstrichen von bemitleidenden Blicken und, um ehrlich zu sein, oftmals in diesem „Wirst schon sehen, was du davon hast“-Tonfall.
So folgte eine Unterrichtsstunde auf die nächste. Ich lernte Schüler, Kollegen, die Kaffeemaschine und den Kopierer kennen und erhielt zwischendurch einen Überblick über alles, was in den folgenden vier Wochen relevant sein würde: außerplanmäßiger Unterricht, Projektwoche, Stundenanzahl, Kopiernummer, Fachkonferenz, Verhaltensauffälligkeit, Stundenplan, Pausenzeiten, Motivationsdefizit, Kursprinzip, kochen, Klassenarbeit …

„In dem Moment war alle Aufregung verflogen“

Zu allem Überfluss hatte ich mich auch noch dazu bereiterklärt, am dritten Praktikumstag vollkommen selbstständig eine neunte Klasse in Französisch zu unterrichten, da die Stunden sonst ausgefallen wären. Also ab an den Schreibtisch und Unterrichtsvorbereitungen geschrieben! Diese wurden am nächsten Tag von meiner Mentorin abgesegnet und am darauffolgenden Tag in der Praxis erprobt. Jetzt wurde mir klar, warum ich mich vor beinahe fünf Jahren dazu entschieden hatte, mich für das Lehramtsstudium an der Uni zu bewerben: In dem Moment, in dem ich vor den Schülern stand, die mich erwartungsvoll-prüfend begutachteten, war alle Aufregung verflogen. Meine Stunde war viel zu schnell vorbei, ich hatte nicht einmal die Hälfte des vorgesehenen Pensums geschafft. Egal, die zweite Stunde in derselben Klasse folgte. Und obwohl ich noch weniger schaffte als ich mir vorgenommen hatte, war ich mit mir, vor allem aber mit den Schülerchen, vollauf zufrieden!

In Absprache mit meiner Mentorin wurde beschlossen, dass ich die 9. Klasse komplett für die Zeit meines Praktikums unterrichten würde. Ich freundete mich immer mehr mit „meiner“ Klasse an, auch wenn unsere Vorstellungen bezüglich des von ihnen zu leistenden Arbeitsaufwands auffallend weit auseinandergingen … Nach und nach fügte ich mich in diesen absurden Mikrokosmos Schule ein – und fand es toll! Auch wenn ich jeden Nachmittag vollkommen erschöpft zu Hause ankam, um mich gleich wieder auf den folgenden Tag vorzubereiten. Doch diese Anstrengungen wurden durch das positive Feedback meines Dozenten, meiner Mentorin und Kolleginnen, vor allem jedoch das der Schüler, wettgemacht. Worauf mich aber weder das Studium noch ein vierwöchiges Praktikum nachhaltig vorbereiten konnten: Wie begegnet man akuter Unlust sowohl bei den Schülern als auch bei Kollegen? Wie kann ich meine Unterrichtsplanung spontan umgestalten, wenn die Technik versagt oder der Beamer, obwohl vorbestellt, einfach nicht mehr im Vorbereitungsraum steht?
 
In diesen vier Wochen musste ich durchgehend auf Abruf präsent sein; meine oftmals als viel zu ideologisch beurteilten Vorstellungen von Bildung und Unterricht verteidigen; meine Schüler und mich selbst immer wieder motivieren; Schülern des 6. Lehrjahres den Unterschied zwischen Käse (fromage) und Arbeitslosigkeit (chômage) erklären; immer wieder die Frage beantworten, wer ich eigentlich sei und was ich hier mache; die belustigten Schüler darüber informieren, dass ich auch bewertet werde – durch den netten Herren, der sich ab und zu mit in den Unterricht setzen würde, was zur Folge hatte, dass sich die „lieben Kleinen“ meiner Rolle an der Schule nie so ganz sicher sein konnten …

Vielleicht sind diese Widrigkeiten genau das richtige Training für meinen späteren Beruf. Egal was kommt, ich mach das Beste draus!

von Laura Grimm


j-ini – Junge Initiatoren gesucht

Wettbewerb für jugendliches Engagement der bayerischen
Volksbanken Raiffeisenbanken

Berlin/München, 3. April 2013.
Mit dem j-ini Award suchen die bayerischen Volksbanken Raiffeisenbanken engagierte Jugendliche, die sich aus eigenem Antrieb heraus uneigennützig für eine bessere Welt einsetzen. Denn immer mehr Schülerinnen und Schüler verzichten auf einen Teil ihrer Freizeit, um sich in oder nach der Schule ehrenamtlich oder gemeinnützig für Hilfsbedürftige, den Klimaschutz, die örtliche Tafel, die Theatergruppe, den Sportverein oder etwa als Schülersprecher für ihre Mitschüler einzusetzen.

Dieses Engagement möchten die bayerischen Volksbanken Raiffeisenbanken mit dem j-ini Award würdigen und mit einem Preisgeld von bis zu 1.000 Euro honorieren. Junge Initiatoren zwischen 16 und 21 Jahren aus Bayern sind aufgerufen, sich mit ihrem Projekt zu bewerben. Dabei zählen große Visionen und kleine Heldentaten gleichermaßen – unabhängig davon, ob sich Jugendliche allein oder in der Gruppe, für andere oder für eine Sache einsetzen. Alles, was die Welt ein bisschen schöner und das Leben ein bisschen lebenswerter macht, ist willkommen beim j-ini Award.

Alle Informationen und die Online-Bewerbung unter www.j-ini.de.
Teilnahmeschluss ist der 31. Juli 2013.

Ansprechpartner:
Genossenschaftsverband Bayern e.V.
Jugendmarketing
Türkenstr. 22-24
80333 München

Telefon: 089 2868-3469
Telefax: 089 2868-3455
j-ini@gv-bayern.de

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Engagierte Lehrerinnen und Lehrer gesucht!

Initiative der Vodafone Stiftung und des Deutschen Philologenverbands will öffentliche Wertschätzung des Lehrerberufs steigern +++ Informationen zur neuen Runde unter www.lehrerpreis.de  

Berlin, 26. März 2013. Die Vodafone Stiftung Deutschland und der Deutsche Philologenverband rufen zum 5. Mal in einer gemeinsamen Initiative zum bundesweiten Wettbewerb „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ auf. Die Initiatoren wollen mit dem Deutschen Lehrerpreis besonders engagierte Lehrerinnen und Lehrer für ihren großen Einsatz, ihre Persönlichkeit sowie ihren prägenden Unterricht ehren, um zu zeigen, wie wichtig Lehrerinnen und Lehrer für die Zukunft von Schülerinnen und Schülern sind. Zudem möchten sie die Verbreitung innovativer Unterrichtskonzepte fördern.

Lehrerinnen und Lehrer arbeiten tagtäglich mit großem Engagement und innovativen Ideen an der Schule der Zukunft und tragen dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler gut auf das „Leben nach der Schule“ vorbereitet sind. Der Wettbewerb wird in zwei Kategorien ausgeschrieben:

Die erste Kategorie „Lehrer: Unterricht innovativ“ wendet sich direkt an Lehrerinnen und Lehrer aus dem Sekundarbereich an deutschen Schulen, die fächerübergreifend unterrichten und im Team zusammenarbeiten. Für außergewöhnliche ideenreiche Unterrichtskonzepte werden Preise im Gesamtwert von 13.000 Euro ausgeschrieben. Die Anmeldung ist bis zum 15. Mai 2013 möglich. Die kompletten Wettbewerbsunterlagen sollten dann bis zum 30. Juni 2013 eingereicht werden.

In der zweiten Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“ nominieren Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrganges 2013 (oder 2012) an weiterführenden Schulen besonders engagierte Lehrer, die ein verantwortungsvolles Miteinander fördern. Die ausgezeichneten Lehrkräfte erhalten zur Würdigung ihrer außergewöhnlichen Leistung eine exklusive Trophäe. Für Schülerinnen und Schüler gibt es Reisen nach Berlin zur Preisverleihung, Zeppelinrundflüge über den Bodensee und zwei iPods zu gewinnen. Die Nominierung ist bis zum 30. Juni 2013 möglich.

Auf www.lehrerpreis.de können Lehrer ihre Unterrichtskonzepte einreichen und Schüler ihre Lehrer nominieren. Eine hochkarätig besetzte Jury aus Kultusministern, Wissenschaftlern, Pädagogen und Schülervertretern entscheidet über die Preisträger, die Ende 2013 auf einer feierlichen Preisverleihung in Berlin ausgezeichnet werden.

Wie schon im letzten Jahr unterstützen DIE ZEIT und Cornelsen den „Deutschen Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ wieder als Kooperationspartner.

Alle Informationen zum Wettbewerb finden Interessierte unter www.lehrerpreis.de. Informationen können auch beim Projektbüro angefordert werden: innovativ@lehrerpreis.de oder Tel.: (030) 40 81 67 83

Pressekontakt:
Deutscher Philologenverband
Eva Hertzfeldt
Pressesprecherin
Tel.: (030) 40 81 67 89
E-Mail: presse@dphv.de

Vodafone Stiftung Deutschland gGmbH
Danyal Alaybeyoglu
Leiter Kommunikation
Tel.: (030) 206 176-13
E-Mail: danyal.alaybeyoglu@vodafone.com

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Homophobie im Klassenzimmer

Berlin, 07. März 2013. „Das ist voll schwul“, „Du Homo!“, „Blöde Tunte“ – im Klassenzimmer sind trans- und homophobe Einstellungen sehr häufig anzutreffen. Schon jeder zweite Sechstklässler verwendet Begriffe wie „Lesbe“ und „Schwuchtel“ in negativem Kontext und wie sich u. a. anhand des Spruchs „Nüchtern cool, saufen schwul“ auf einem Schüler-Wandkalender zeigte, sind es mitunter gar Schulmaterialien, die diese Einstellungen transportieren.

Die Forschergruppe um den Psychologen Dr. Ulrich Klocke der Humboldt-Universität zu Berlin führte unter dem Titel „Akzeptanz sexueller Vielfalt an Berliner Schulen: Eine Befragung zu Verhalten, Einstellungen und Wissen zu LSBT und deren Einflussvariablen“ eine repräsentative Umfrage an 20 Berliner Schulen mit insgesamt 787 Schülerinnen und Schülern durch. Die Schülerinnen und Schüler wurden zunächst zu ihrer persönlichen Einstellung gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen sowie Mitschülerinnen und Mitschülern, die sich geschlechteruntypisch verhalten, befragt. Zudem wurde das Wissen über sexuelle Orientierungen mittels eines Wissenstests erhoben. Anschließend wurden die Schülerinnen und Schüler über das Verhalten ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler gegenüber Homo-, Bi- und Transsexuellen befragt. „Nach diesen deskriptiven Befunden wird analysiert, welche Variablen das Wissen, die Einstellungen und das Verhalten“ von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften bedingen, heißt es in der Studie.

Noch grün hinter den Ohren?

Ein bisschen grün vielleicht: Über 95 Prozent aller befragten Schülerinnen und Schüler konnten die Begriffe „Lesbe“ und „Schwuler“ problemlos definieren. Mit dem Wort „bisexuell“ hatten insbesondere die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse weitaus mehr Probleme. „Nur 60% erkannten die richtige Antwort, während 23% angaben, die Antwort nicht zu kennen und 13% Bisexualität mit Transsexualität verwechselten.“ Ein Grundwissen über sexuelle Orientierungen ist bei allen vorhanden. Umso verwunderlicher ist es, dass die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler es als unangenehm empfinden würde, sich in einer Gruppe lesbischer Mädchen oder schwuler Jungen aufzuhalten. Von einem homosexuellen Lehrer bzw. homosexuellen Lehrerin unterrichtet zu werden, wäre dem Großteil der Schüler jedoch egal. Diese neutrale Haltung haben die meisten Befragten auch gegenüber einem Coming-out eines Freundes oder einer Freundin. Hieraus lässt sich schließen, dass Schülerinnen und Schüler offener und toleranter reagieren, wenn sie homo-, bi- oder transsexuelle Menschen persönlich kennen.

„Nüchtern cool, Saufen schwul“ – im Ernst?

In vollem Ernst! Nicht nur Schülerinnen und Schüler äußern sich trans- und homophob. Einen genauen Blick sollte man auch auf Materialien werfen, mit denen Schülern konfrontiert werden. Ein Beispiel, welches für große Furore sorgte, war der Anti-Drogen-Wandkalender der Stadt Zweibrücken. Mit diesem wollte die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bund scheinbar unter Verwendung von Jugendsprache vor Drogen- und Alkoholkonsum warnen. Der Gebrauch homophober Ausdrücke in Schulmedien legitimiert die Nutzung dieser Begriffe für Jugendliche in gewisser Weise. Eigentlich sollte das Gegenteil der Fall sein: Es ist der Bildungsauftrag von Lehrkräften, öffentlichen Einrichtungen und Schulmaterialien, mit gutem Beispiel voranzugehen und für das Thema sexuelle Vielfalt zu sensibilisieren. 

Und was kann der Lehrer tun?

Die Wissenschaftler der Humboldt-Uni fanden heraus, dass die Thematisierung sexueller Vielfalt im Unterricht einen positiven Effekt hat. So zeigte sich, dass die Akzeptanz sexueller Orientierungen anstieg, wenn die Lehrerinnen und Lehrer Homo-, Bi und Transsexualität im Unterricht behandelt haben und homophobes Verhalten mahnten. Außerdem sollte sich das Thema sexuelle Vielfalt nicht auf den Biologieunterricht beschränken, sondern fächerübergreifend behandelt werden. „So können in Romanen oder Filmen im Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht neben heterosexuellen auch LSBT-Charaktere vorkommen, im Ethikunterricht beim Thema Liebe und Partnerschaft auch gleichgeschlechtliche Paare berücksichtigt werden und im Geschichtsunterricht der Kampf um Gleichberechtigung am Beispiel der LSBT-Bürgerrechtsbewegungen veranschaulicht werden.“ Das Forscherteam empfiehlt jedoch, eine einmalige ausführliche Behandlung des Themas, bei der „Vorurteile und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität den gleichen Anteil haben wie Benachteiligung aufgrund von Geschlecht, (ethnischer) Herkunft, Behinderung oder anderen Merkmalen, die mit Diskriminierung einher gehen können.“ Dadurch entdecken die Schülerinnen und Schüler Zusammenhänge zu ihrem eigenen Lebensalltag und das Thema verliert seinen „Exotenstatus“.

Lehrerinnen und Lehrer haben enormen Einfluss auf die Einstellungen ihrer Schülerinnen und Schüler. Bildungsmaterialien zum Thema sexuelle Vielfalt sind momentan noch rar gesät, den Lehrkräften würden sie zur Vorbereitung und Besprechung jedoch ungemein helfen. Dann geht es demnächst auch mal um die Bienchen und die Bienchen und nicht nur um die Bienchen und die Blüten!

 

Quellen:

Über den Schüler-Wandkalender:
„Ärger um städtischen Schulkalender: ‚Drogen machen hässlich‘“
, Artikel auf Spiegel Online vom 01.02.2013

Studie zu trans- und homophoben Einstellungen:
Dr. Ulrich Klocke (2012): „Akzeptanz sexueller Vielfalt an Berliner Schulen“, Studie vom 16.08.2012


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Jungs sind Versager?

Berlin, 7. März 2013. Mädchen seien in der Schule besser als Jungen. Diese Binsenweisheit zieht sich seit einigen Jahren durch die deutsche Bildungslandschaft. Viele Pädagogen zieren sich nicht und sagen Jungen laut und deutlich, was sie NICHT können. Genau da liegt das Problem.


Jungen haben im Durchschnitt schlechtere Schulnoten als Mädchen. Oft wird dies als gegeben hingenommen, denn Jungs seien unordentlicher, frecher und weniger fleißig als Mädchen. Eine neue Studie zeigt auf, dass es gerade diese Schwarz-Weiß-Malerei ist, die zu schlechten Noten bei Jungen führt.

Die Macht des Vorurteils

Bonny Hartley und Robbie Sutton von der Universität Kent ließen Jungen und Mädchen mehrere Tests schreiben. Sagten sie den Schülern im Vorfeld, dass Jungen schlechtere Leistungen erbringen als Mädchen, schlug sich das im Testergebnis nieder. Merkten sie jedoch vor dem Test an, dass Schülerinnen und Schüler die gleichen Voraussetzungen haben, um gute Noten zu schreiben, fiel das Testergebnis der Jungen deutlich besser aus. Stereotype und Vorurteile haben enormen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Ähnliches war auch bei Afro-Amerikanern zu beobachten. Sie schnitten bei IQ-Tests deutlich schlechter ab, wenn vorher betont wurde, dass die Hautfarbe Einfluss auf den Intelligenzquotienten habe.

Was lehrt uns das? Jungen und Mädchen haben die gleichen Voraussetzungen. Ihre Leistungen sollten nicht aufgrund ihres Geschlechts vorbewertet werden.

 

Quelle:

Die SZ über die Studie von Hartley und Sutton:
„Wie Vorurteile aus Jungen Schulversager machen“
, Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 12. Februar 12.02.2013

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Der „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ auf der didacta 2013

Köln, 19. Februar 2013. Schulministerin Sylvia Löhrmann im Gespräch mit Preisträgern des Deutschen Lehrerpreises: Was ist innovativer Unterricht? 

Schulministerin Sylvia Löhrmann hat heute auf der Bildungsmesse didacta gemeinsam mit nordrhein-westfälischen Preisträgern des bundesweiten Wettbewerbs "Deutscher Lehrerpreis - Unterricht innovativ" über Innovationen im Unterricht gesprochen und ihr vorbildliches Engagement gewürdigt: "Den ausgezeichneten Lehrerinnen und Lehrern ist es auf herausragende Weise gelungen, ein vertrauensvolles und wertschätzendes Lernklima zu schaffen sowie Schülerinnen und Schüler zu motivieren und stark zu machen. Sie rücken die Kinder und Jugendlichen und ihren Kompetenzzuwachs in den Vordergrund - da ist es wichtig, an Gelegenheiten wie diesen auch die Lehrerinnen und Lehrer in den Mittelpunkt zu stellen", so die Ministerin.

In Rahmen der Veranstaltung stellten Dieter Mattick, Inken Brügge und ihr Kollege Heiko Kümper von der Rodenbergschule in Menden ihr Unterrichtsprojekt "Gegen Schulabsentismus" vor. Mit diesem fächerübergreifenden, im Team realisierten innovativen Projekt belegten die drei Pädagogen 2012 den ersten Platz in der Kategorie 1 "Lehrer: Unterricht innovativ".

Die Vodafone Stiftung Deutschland und der Deutsche Philologenverband rufen jährlich in einer gemeinsamen Initiative zum bundesweiten Wettbewerb "Deutscher Lehrerpreis - Unterricht innovativ" auf. Die Initiatoren wollen mit dem Deutschen Lehrerpreis besonders engagierte Lehrerinnen und Lehrer für ihren großen Einsatz, ihre Persönlichkeit sowie ihren prägenden Unterricht ehren, um zu zeigen, wie wichtig Lehrerinnen und Lehrer für die Zukunft von Schülerinnen und Schülern sind.

Interessierte finden alle Informationen zum Wettbewerb unter www.lehrerpreis.de und können sich an das Projektbüro wenden:
E-Mail: innovativ@lehrerpreis.de
Telefon: (030) 40 81 67 83

Bilder von der Diskussionsrunde finden Sie hier:
www.facebook.de/lehrerpreis



Eva Hertzfeldt
Pressesprecherin
Deutscher Philologenverband
Tel.: (030) 40 81 67 89

Danyal Alaybeyoglu
Leiter Kommunikation
Vodafone Stiftung Deutschland
Tel.: (030) 206 176-13

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Standards per Gesetzeskraft?

Berlin, 24. Januar 2013. Schüler müssen nach einem Umzug die Klasse wiederholen und Lehrer dürfen in anderen Bundesländern gar nicht erst unterrichten – ein schon lange bekanntes Problem des föderalistischen Bildungssystems in Deutschland. Bayern, Sachsen und Niedersachsen schlagen nun einen Bildungsstaatsvertrag vor: Sollen die ewigen Querelen nun ein Ende finden?
 
Ein Land – 16 Schulsysteme. Dass diese Rechnung nicht immer aufgeht, zeigt sich an verschiedenen Stellen unseres Bildungssystems. So kann der Umzug in ein anderes Bundesland für Schüler das Wiederholen eines ganzen Schuljahres zur Folge haben. Ein ähnliches Problem gilt für Lehrer: Sowohl für Lehramtsstudenten als auch für Lehrer im Schuldienst ist ein Wechsel in ein anderes Bundesland sehr schwierig und zum Teil sogar unmöglich. Vergleichsstudien wie das Bildungsmonitoring, an dem alle Bundesländer teilnehmen, zeigen zudem starke qualitative Unterschiede zwischen den einzelnen Bildungssystemen. Eine Vielfalt an Schwerpunkten der Bildungsarbeit sollte mit Sicherheit auch erhalten bleiben. Gewisse einheitliche Standards können die vielfältigen Bildungsangebote der Länder aber sinnvoll verbinden.
 
Ein Beschluss macht noch kein einheitliches Bildungssystem
 
Die Kultusministerkonferenz arbeitet seit Langem an solch einem einheitlichen Bildungsplan und setzte in der Vergangenheit bereits einige bildungspolitische Standards bundesweit durch. Allerdings kommt die Umsetzung der Beschlüsse nur zögerlich voran. Von einem einheitlichen Bildungssystem kann noch nicht die Rede sein. Mit dem Bildungsstaatsvertrag könnte sich das jedoch bald ändern. Die Kultus- und Wirtschaftsminister von Bayern, Sachsen und Niedersachsen haben einen neuen Bildungsstaatsvertrag vorgestellt. Darin sollen bundesweit einheitliche Bildungsstandards festgelegt werden, die zum einen die Bildungsqualität sichern und zum anderen mehr Flexibilität für Lehrkräfte und Schüler zulassen.   
 
Ein willkommener Vorstoß
 
Ein Land – ein Schulsystem? Ist das ferne Zukunftsmusik oder bald schon Wirklichkeit? Als Grundlage für bundesweite Bildungsprojekte wäre die Arbeit mit einem vereinheitlichten Lehrplan von enormem Vorteil. Auch beim Deutschen Philologenverband findet dieser Vorstoß großen Anklang: „Jede Initiative, die die Qualität von Bildung in Deutschland sichern hilft und die insbesondere die Mobilitätshindernisse für Familien und Lehrkräfte verringert, ist willkommen und positiv. Solange der Wechsel von einem Bundesland in das andere wegen unterschiedlicher Niveaus und Lehrpläne massive Probleme für die weitere erfolgreiche Schullaufbahn von Kindern zur Folge haben kann, ist in diesem Bereich hoher Handlungsbedarf“, so Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes. Neben der Vereinfachung des Schulwechsels für Schüler und Lehrer über die Ländergrenzen hinaus sollen weitere Punkte wie etwa Bildungsstandards für die vierte Jahrgangsstufe, den Hauptschulabschluss, den mittleren Bildungsabschluss und die Hochschulreife im Bildungsstaatsvertrag aufgenommen werden. Dabei solle kein zeitlicher Druck aufgebaut werden. Vielmehr gehe es um eine Einladung an die anderen Bundesländer, sagte die niedersächsische Wirtschaftsministerin Johanna Wanka der Frankfurter Allgemeinen.
 
Aller Anfang ist schwer
 

Um einen solchen Vertrag erfolgreich durch- und umzusetzen, müssen Bund und Länder eng zusammenarbeiten. Das setzt zunächst voraus, dass alle Bundesländer dem Bildungsstaatsvertrag zustimmen. Meidinger erwarte, „dass die Betroffenen, also Familien mit schulpflichtigen Kindern und Lehrkräfte, in den noch abseits stehenden Bundesländern den entsprechenden politischen Druck entwickeln.“ Außerdem müssten die finanziellen Mittel im Bildungssektor aufgestockt werden. Das kann wohl noch eine Weile dauern. Ein erster Schritt ist aber in jedem Fall getan.



Quellen:

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zum geplanten Staatsvertrag:
„Bayern, Sachsen und Niedersachsen planen Staatsvertrag“, Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 09.01.2013.

Zitat von Heinz-Peter Meidinger:
„DPhV begrüßt Vorstoß Bayerns, Niedersachsens und Sachsens für einen Bildungsstaatsvertrag“, Pressemitteilung des Deutschen Philologenverbandes vom 09.01.2013.


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Und der Lehrer zählt doch!

Berlin, 24. Januar 2013. Bei all den Reformen im schulischen Bereich stehen zumeist Unterrichtsmethoden und Schulsysteme am Pranger. Auf die kommt es aber gar nicht an, so der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie. Um den Lehrer geht es – eine alte Erkenntnis aus der Vergessenheit befördert. Was bedeutet das für die Bildungskommunikation?
 
Mehr als 800 Metaanalysen wertete John Hattie für seine 2008 erschienenen Studie „Visible Learning“ aus, darin enthalten sind mehr als 50.000 Einzelstudien. Als Ergebnis entstand eine Rangliste der für den Lernerfolg förderlichen Faktoren. An oberster Stelle stehen laut Hattie der Lehrer bzw. das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler, das ständige Feedback und die Reflexion der Schülerleistungen und des Unterrichts. Sinnvolle Instrumente sind dementsprechend spezifische Lehrerweiterbildungen.
 
Flexibler Einsatz von Unterrichtsmethoden und -stilen

Von den Unterrichtsstrukturen und -methoden erwies sich keine Form als Allheilmittel. Gepriesene Unterrichtsstile wie der offene Unterricht oder jahrgangsübergreifendes Lernen zeigten sich weder als schädlich noch als förderlich. Bei diesem Ergebnis muss allerdings bedacht werden, dass es Hattie um rein messbare Ergebnisse der schulischen Leistung der Schüler ging. Gerade bei Strukturierungen wie jahrgangsübergreifendem oder selbstständigem Lernen stehen aber weniger messbare Ziele wie soziale Kompetenz, Demokratiefähigkeit und Kreativität der Schüler im Vordergrund.
 
Aus Hatties Megastudie geht klar hervor, die Lösung für pädagogische Schwierigkeiten nicht in einer speziellen Unterrichtsform zu suchen. Vielmehr sollte der Lehrer über eine große Bandbreite an Methoden und Unterrichtsstilen verfügen, die er zielgerichtet und je nach Klasse einsetzen kann. Methoden und Unterrichtsstile verschwinden dementsprechend nicht, sondern müssen vom Lehrer beherrscht und flexibel eingesetzt werden. Für die Bildungskommunikation bedeutet dies, Lehrern immer verschiedene Methoden an die Hand zu geben, auf die sie zurückgreifen können. Gleichzeitig sollten diese auch abwandelbar und flexibel einsetzbar sein.
 
Der Einzelne macht den Unterschied
 

Die Studie stellt letztlich die Lehrkraft in den Mittelpunkt und zeigt auf, dass der einzelnen Lehrer sehr wohl einen starken Einfluss auf die Lernleistung seiner Schüler hat. So belegten verschiedenste von Hattie untersuchte Studien, dass der Unterschied zwischen einzelnen Klassen größer ist als zwischen verschiedenen Schulen. Dies führt Hattie auf den einzelnen Lehrer zurück. Alle anderen Faktoren bewertet er als zweitrangig.
Damit der einzelne Lehrer einen guten Unterricht gewährleisten kann, ist laut Hattie sowohl die regelmäßige Auswertung der Schülerleistungen als auch die Reflexion des Unterrichts durch den Lehrer und die Schüler gewinnbringend. Ein Ergebnis, das sich gleich doppelt in der Bildungskommmunikation niederschlagen sollte: einerseits durch die Anregung zum Feedback, andererseits auch durch die Reflexion und Auswertung von Bildungsprojekten durch Lehrer und Schüler.



Quellen:

DIE ZEIT zu Hatties Studie:
„Ich bin superwichtig!“, Artikel in DIE ZEIT vom 14.01.2013.

Deutsche Homepage „Visible Learning“:
www.visiblelearning.de

 

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Bildungsprojekte gegen Stress

Berlin, 19. Dezember 2012. Eine aktuelle Kindergesundheitsstudie zeigt, dass bereits Grundschüler starkem Stress ausgesetzt sind – besonders durch die Schule. Es gibt aber auch positive Ergebnisse: Kinder messen der eigenen Gesundheit einen hohen Stellenwert bei. Da fehlt es wiederum an den richtigen Informationsquellen. Wir ziehen wichtige Schlüsse für künftige Bildungsprojekte.


Bei der von der Schuhfirma Elefanten in Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund herausgegebenen Studie „Große Ohren für kleine Leute“ wurden 5.000 Kinder in 11 Bundesländern zu den Themen Gesundheit, Ernährung, Bewegung und Stress befragt. Der erschreckende Befund: Ein Viertel der befragten Kinder fühlt sich regelmäßig großem Stress ausgesetzt. An erste Stelle der Stressfaktoren steht die Schule: Immerhin 26 % der Zweit- und Drittklässler fühlen sich von ihr gestresst.

Wie entspannt man sich eigentlich?

„Bemerkenswert ist, dass Kinder in der dritten Klasse doppelt so häufig den Erfolgsdruck als Stress empfinden wie noch die Zweitklässler“, so Friedhelm Güthoff, Sprecher des Deutschen Kinderschutzbundes. Seiner Meinung nach ist dies auf den Übergang in die Sekundarstufe nach der vierten Klasse zurückzuführen. Für diese These spricht der Fakt, dass Berlin mit seiner sechsjährigen Grundschulzeit die einzige Ausnahme bildet – hier kam der schulbedingte Stress nur auf Platz drei.

Von bildungspolitischen Reformforderungen abgesehen, ist es sicherlich vor allem sinnvoll, den Kindern in der Schule wie auch zu Hause Möglichkeiten zum Entspannen zu bieten und zu vermitteln, was zur Entspannung getan werden kann. Denn fast zwei Drittel der Kinder wünschen sich mehr Zeit zum Ausruhen und immerhin 13 % der Kinder wissen nichts oder nur wenig über Möglichkeiten der eigenen Entspannung. Hier besteht also großes Potenzial, durch Aufklärungsarbeit und Bildungsmaterial sowohl für Schulen als auch für Eltern und die Kinder selbst eine bessere Informationslage zu schaffen.

Gesundheit aus der Werbung

Erfreuliche Ergebnisse verzeichnete die Studie hinsichtlich des Bewusstseins über die Bedeutung der eigenen Gesundheit. 96 % der Kinder gaben an, dass es ihnen wichtig ist, gesund zu sein. Dabei nahmen sie die Ernährung als wichtigsten Faktor für die Gesundheit war. Hinsichtlich der Informationsquellen der Schüler zeigten sich allerdings Lücken, die durch gezielte Bildungsprojekte geschlossen werden können.

Nur etwa die Hälfte der Schüler gab an, im Schulunterricht ausreichend informiert zu werden. Die Hauptquellen für Informationen bezüglich einer gesundheitsfördernden Lebensweise sind die Mütter und Ärzte. Allerdings glauben auch 15 % der Kinder, durch Werbung
etwas über Gesundheit zu erfahren. Auch Fernsehen und Internet wurden oft als Quellen angegeben. „Leider beziehen viel zu viele Kinder ihr vermeintliches Wissen über Gesundheit aus der Werbung“, kommentiert Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, Arzt und Lehrstuhlinhaber für Radiologie und Mikrotherapie an der Universität Witten/Herdecke, „hier muss schon in der Grundschule gegengesteuert werden.“

Gesundheitsunterricht ausdrücklich erwünscht!

Die Aussagen der Kinder unterstreichen laut Friedhelm Güthoff vom Deutschen Kinderschutzbund die Notwendigkeit eines regelmäßigen Gesundheitsunterrichts. Dass dieser von den Schülern gut angenommen würde, zeigt sich darin, dass 78 % der Kinder gern mehr über Gesundheitsförderung und Vorsorge erfahren würden. Ein guter Ansatz also für fundierte, interessante Bildungsmaterialien und -aktionen rund um die Themen Gesundheit, Ernährung, Entspannung und Stressbewältigung.




Quelle:

Über die Kindergesundheitsstudie:
„Grundschulkinder am Scheideweg zu einem gesunden Lebensstil“, Cision Germany

 

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Musik fördert die Konzentration? Denkste!

Berlin, 19. Dezember 2012. Wer glaubt, sich oder anderen mit dem Musikhören beim Lernen oder Lösen von Denkaufgaben etwas Gutes zu tun, sollte nun aufhorchen. Denn so schön Musik auch ist – für die Denkleistung kann sie hinderlich sein, selbst wenn wir es nicht bemerken.



Maria Klatte, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Kognitions- und Entwicklungspsychologie der Technischen Universität Kaiserslautern forscht zum Einfluss von Lärm auf die Denk- und Aufnahmeleistung. Ihren Befunden nach ist geradezu kontraproduktiv, was oft für förderlich erachtet wird: Das Hören von Musik beim Lernen oder Bearbeiten von Denkaufgaben.

Von wegen Mozart-Effekt!

Denn, so Klatte im Interview mit Die Zeit, Lärm wirkt sich negativ auf die geistige Leistung aus, Informationen können schlechter im Kurzzeitgedächtnis gehalten werden. So weit, so klar. Dass dies aber nicht nur für Baustellenlärm, sondern auch für Musik gilt, erklärt sich nicht von allein. Denn lange galt Musik sogar als intelligenzfördernd, besonders die Musik von Mozart. Dieser sogenannte „Mozart-Effekt“ – die vermeintlich bessere Denkleistung nach dem Hören einer seiner Sonaten – wurde bereits mehrfach widerlegt, spukt aber noch in vielen Köpfen herum.
Zwar gibt es gewisse Musiken wie Meditationsmusik oder ruhige Instrumentalmusik, die der Denkleistung zumindest nicht schaden, aber schnelle Instrumentalmusik und vor allem Musik mit Gesang stören die Konzentration erheblich. Denn Lärm oder Musik, die aus unterschiedlichen Geräuschen zusammengesetzt ist, zieht die Aufmerksamkeit auf sich und lenkt so von der eigentlichen Aufgabe ab.

Sprachgeräusche stören besonders

Noch schlimmer ist es bei Gesprächen oder Gesang – bei Sprache also. „Sprachliche und sprachähnliche Geräusche scheinen direkt in das kognitive System einzudringen, das für das Behalten der sprachlichen Information benötigt wird, und dann leidet die Leistung“, so Klatte. Dies gilt sogar für Fremdsprachen, die man nicht verstehen kann.

Die negative Wirkung auf die Denkleistung muss dabei nicht einmal unbedingt bemerkt werden; viele Versuchsteilnehmer nahmen die Verringerung ihrer Leistung nicht wahr. Gleichwohl macht es auch einen Unterschied, an was für einer Denkaufgabe man sich gerade versucht. Bei Rechenaufgaben störe Musik beispielsweise erheblich, da die Zwischenergebnisse nicht gut behalten werden. „Wenn man aber eine Denkaufgabe löst, bei der sprachliche Merkprozesse keine Rolle spielen – etwa fehlende Puzzle-Steine in einem Muster ergänzen – dann stören diese Geräusche überhaupt nicht“, erläutert Klatte in Die Zeit.

Was also tun?

Man kann die Störwirkung von Geräuschen nicht einfach abschalten. Soweit es aber möglich ist, sollte man versuchen, sich wechselhaften oder sprachlichen Geräuschen – also auch schneller Instrumentalmusik oder Musik mit Gesang – beim Lernen zu entziehen. Wenn dies nicht möglich ist, so kann ruhige Instrumental- oder Meditationsmusik dennoch Abhilfe schaffen: Denn sie „schafft eine Klangkulisse, die vielen Menschen angenehmer ist als absolute Stille und zudem auch störende Geräusche maskieren kann“, erklärt Maria Klatte. Sich von störenden Geräuschen fern zu halten, heißt also nicht gleich, auf jegliche Musik verzichten zu müssen. Der Ton macht eben die Musik.

 

Quelle:

Interview mit Maria Klatte:
„Wie Musik der Konzentration schadet“, Artikel in DIE ZEIT vom 14.11.2012.

 

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„Deutscher Lehrerpreis 2012“ in Berlin vergeben

Berlin/Düsseldorf, 26. November 2012. Heute wurden in Berlin die Gewinner des bundesweiten Wettbewerbs „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung ausgezeichnet. Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin, und Ties Rabe, Präsident der Kultusministerkonferenz, gratulierten den insgesamt 16 Lehrerinnen und Lehrern sowie sechs Pädagogen-Teams für ihre herausragenden Leistungen. 

Rund 3.500 Schüler und Lehrer hatten sich auch dieses Jahr wieder am „Deutschen Lehrerpreis“ beteiligt, der seit 2009 jährlich von der Vodafone Stiftung Deutschland und dem Deutschen Philologenverband (DPhV) vergeben wird.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz Herr Ties Rabe würdigte das Engagement der Lehrkräfte für guten und innovativen Unterricht: „Woran liegt es, wenn Kinder und Jugendliche mit Spaß und Feuereifer bei der Sache sind, wenn sie neugierig sind und auch über die Schulstunde hinaus bei der Sache bleiben, wenn sie arbeiten wollen und für ihre Arbeit mit guten Noten belohnt werden? Ganz einfach: Sie haben engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die ihr Fach lieben, die begeistert unterrichten und die ihren Schülerinnen und Schülern auch etwas zutrauen.“

Der „Deutsche Lehrerpreis“ möchte die Wertschätzung von gutem Unterricht und Lehrerpersönlichkeit stärken. Er besteht aus zwei Kategorien.

In der ersten Kategorie des Wettbewerbs haben auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Lehrer-Teams aus ganz Deutschland innovative, fächerübergreifende Unterrichtsprojekte eingereicht. Die Jury vergab drei Haupt- und drei Sonderpreise, wobei der dritte Sonderpreis vom Kooperationspartner DIE ZEIT ausgelobt wurde.

Den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt die Rodenbergschule in Menden (NRW) für ihr Unterrichtsprojekt „Intensivklasse Rodenbergschule“. In diesem Projekt gegen Schulabsentismus wurde eine schulgebäudeexterne Stätte geschaffen, in der Schulverweigerer und -abbrecher in Schule und Gesellschaft reintegriert werden. Ziele des Projekts sind die Erfüllung der Schulpflicht, das Erreichen von Abschlüssen und ein gelungener Übergang von der Schule in den Beruf.

Das Gymnasium Dinkelsbühl (Bayern) belegte den mit 3.000 Euro dotierten zweiten Platz. 219 Schüler der Klassenstufen 6 bis 10 machten sich fächerübergreifend auf die Suche nach der Weihnachtsbotschaft und inszenierten aus selbst ausgedachten Dialogen, Texten, Melodien, Zeichnungen und Videopräsentationen die Weihnachtskantate „PAX NATALE Weihnacht‘ überall“.

Für das projektorientierte Lernen im Schulverbund unter dem Leitbild „Geosystem Erde – die Welt begreifen durch globales, nachhaltiges Denken, Lernen und Handeln“ wurde die Domschule St. Marien in Hamburg (stellvertretend für fünf beteiligte Schulen) mit dem mit 2.000 Euro dotierten dritten Platz ausgezeichnet.

Mit Sonderpreisen ehrte die Jury die drei besonders vielversprechenden Unterrichtskonzepte des Gymnasiums an der Stadtmauer in Bad Kreuznach („Blutiger Sommer“), der Berufsschule für Bau- und Kunsthandwerk in München („Hochbeete für Seniorenheim“) und des Kollegs der Schulbrüder in Illertissen („YES – Erlernen durch Erleben“). Sie erhielten je 1.000 Euro Preisgeld.

„Der Deutsche Lehrerpreis zeichnet jedes Jahr Top-Lehrkräfte und Top-Unterrichtsprojekte aus. Wir tun dies, weil eindrucksvolle Vorbilder und Best-Practice-Beispiele eher geeignet sind, die Schulwirklichkeit positiv zu verändern als ständige Kritik!“, so Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes.

In der zweiten Kategorie werden die Lehrer nicht nur als Wissensvermittler, sondern auch als sozial engagierte Persönlichkeiten geehrt, die junge Menschen während dieser prägenden Lebensphase fördern und unterstützen. Schüler begründen online, warum ihre Lehrerin oder ihr Lehrer diese Auszeichnung verdient hat. Dieses Jahr gingen fünf Auszeichnungen nach Nordrhein-Westfalen und je zwei an Lehrkräfte in Baden-Württemberg, Sachsen und Schleswig-Holstein. Jeweils eine Trophäe vergab die Jury nach Bayern, Berlin, Bremen und Rheinland-Pfalz sowie an einen Lehrer der Deutschen Auslandsschule Tokyo Yokohama.

„Lehrer sind wichtige Persönlichkeiten, die prägend auf jeden Menschen wirken. Daher muss die Anerkennung und Wertschätzung aus der Mitte der Gesellschaft erfolgen“, sagte Thomas Ellerbeck, Vorsitzender des Beirats der Vodafone Stiftung Deutschland.

Alle Einsendungen wurden zunächst von einem bundesweiten Gutachterkreis bewertet, bevor eine hochrangig besetzte Jury über die Gewinner entschied. Der Jury gehörten unter anderem an: Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur in Rheinland-Pfalz, Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus, Prof. Dr. Manfred Prenzel, Lehrstuhl für Empirische Bildungsforschung und Dekan der TUM School of Education, Prof. Dr. Jürgen Baumert, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin, Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Susanne Porsche, Mitglied des Beirats der Vodafone Stiftung Deutschland, sowie als Schülervertreter Yasemin Cec (SchülerInnenkammer Hamburg) und Paul Assmann (Landesschülerbeirat Baden Württemberg).

Ausführliche Projektbeschreibungen und alle Informationen zur Preisverleihung inkl. Film- und Fotomaterial stehen hier zur Verfügung:
Digitale Pressemappe mit Bildmaterial (externer Link)

Eva Hertzfeldt
Pressesprecherin
Deutscher Philologenverband
Tel.: (030) 40 81 67 89

Danyal Alaybeyoglu
Leiter Kommunikation
Vodafone Stiftung Deutschland
Tel.: (0211) 533-67 86

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Das ewige Auf und Ab ...

Berlin, 23. November 2012. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zur Durchlässigkeit zwischen den Schulformen löste Erschrecken aus: Mehr als doppelt so viele Schüler seien demnach auf ein niedrigeres Schulniveau herabgestuft worden als zu einem höheren Niveau herauf. Der Deutsche Philologenverband kritisiert diese Studie allerdings scharf: Bezieht man nämlich auch die Schulartwechsel nach einem Schulabschluss mit ein, ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Die von der Bertelsmann Stiftung herausgegebene Studie „Schulformwechsel in Deutschland“ untersuchte die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen in der Sekundarstufe I, also in den Klassenstufen 5-10. Die Herausgeber der Studie kamen zu dem Ergebnis, dass im Schuljahr 2010/2011 bundesweit ganze 50.000 Schüler auf ein niedrigeres Schulniveau abstiegen, also beispielsweise vom Gymnasium auf die Real- oder Hauptschule. Dem gegenüber standen nur 23.000 Schüler, die in eine höhere Schulform wechselten.

Zwischen den Bundesländern stellte die Studie allerdings große Unterschiede fest. Hinsichtlich des Verhältnisses zwischen den Zahlen der Auf- und Absteiger bildete Niedersachsen das Schlusslicht. Hier kamen auf einen Aufsteiger ganze zehn Absteiger. Bayern hingegen stellt mit etwas mehr Auf- als Absteigern eine Ausnahme dar, was allerding auf den restriktiven Übergang von der Grund- zur Sekundarstufe zurückgeführt wird.

Schlicht und ergreifend falsch

Der Deutsche Philologenverband kritisiert, dass es sich bei der Studie um einen so stark verengten Ansatz handelt, dass die Kernaussage der Studie „schlicht und ergreifend falsch“ sei. Denn der Hauptaufstiegsweg von Schülern bestehe darin, nach einem Schulabschluss an Haupt- oder Realschule noch einen höheren Abschluss dranzuhängen. „Wenn ein Gymnasiast in der Mittelstufe das Gymnasium in Richtung Realschule verlässt, gilt er der Bertelsmann-Studie nach als ‚Abgeschulter', auch wenn er durch den Wechsel erst die Mittlere Reife schafft und dann noch ein Abitur an einer beruflichen Oberschule draufsetzt“, so der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger.

Der Wechsel in eine „niedrigere“ Schulform könne dementsprechend nicht per se als Abstieg gewertet werden. Auch zeigt sich, dass die meisten Aufstiege nach einem Schulabschluss stattfinden. Beziehe man diese mit ein, so ergeben sich laut Meininger deutlich mehr Auf- als Abstiege.

Was heißt hier eigentlich Abstieg?

Ein weiterer Kritikpunkt an der Studie ist die Annahme, dass ein Wechsel beispielsweise vom Gymnasium auf eine Realschule einen Abstieg darstellt. Ein solcher Wechsel kann laut Deutschem Philologenverband „neues Selbstbewusstsein und neue Lernmotivation“ herstellen und „den Grundstein für eine zukünftig erfolgreiche Schulkarriere“legen.

Mit urteilenden Begriffen wie Abschulung oder Abstieg sollte wohl etwas vorsichtiger umgegangen werden. Denn wie der europäische Vergleich zeigt, ist es vor allem das duale Bildungssystem mit beruflicher Ausbildung und Hochschulstudium, das eine zu hohe Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland verhindert. Ebenso wie diese beiden Wege ins Berufsleben gleichwertige Anerkennung verdienen, sollte auch die Wahl der Schulform in der Sekundarstufe I nicht partout als besser oder schlechter erachtet werden.

 


Quellen und Zitate:

Kritik des Deutschen Philologenverbandes:
„DPhV zur Bertelsmann-Studie über Schulformwechsler: Methodisch verengter Ansatz führt zu falschen Ergebnissen!“, Pressemitteilung des Deutschen Philologenverbandes vom 30.10.2012.

Zur Studie der Bertelsmann Stiftung:
„Für Schüler geht's öfter runter als rauf“, Pressemeldung der Bertelsmann Stiftung zur Studie „Schulformwechsel in Deutschland“ vom 30.10.2012.

 

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capito liest vor

Berlin, 15. November 2012. Morgen findet bereits zum neunten Mal der bundesweite Vorlesetag statt, an dem sich dieses Jahr auch capito – Agentur für Bildungskommunikation aus Berlin-Friedrichshain beteiligt. Mit der Aktion soll die Freude am Lesen und an Büchern geweckt werden.


Der Vorleseort musste nicht lange gesucht werden, da direkt in der Nachbarschaft die 43. Grundschule in der Scharnweberstraße Lesepaten suchte. Dagegen war die Entscheidung, welches Buch vorgelesen werden soll, bei der Vielzahl schöner Kinderbücher schon schwieriger. Die Wahl viel auf Mittelpünktchens Reise um die Welt von Zoe Jenny, die spannende Geschichte eines Teddybären, der bei der Fahrt in den Sommerurlaub verloren geht und für den dann eine spannende Reise um die Welt beginnt. Mit den Themen Familie, Urlaub, Freundschaft und natürlich dem Teddy finden sich in der Geschichte viele Identifikationspunkte für Kinder

„Da sowohl Studien als auch die Grundschullehrerinnen in unserem pädagogischen Beirat uns in persönlichen Gesprächen immer wieder bestätigen, wie sehr sich Kinder freuen, wenn man ihnen vorliest, und man sie so auch motivieren kann, selbst mal ein Buch zu lesen, machen wir gern mit beim Vorlesetag“, erklärt Claudia Wegener, Geschäftsführerin von capito – Bildungskommunikation. „Zudem ist es für uns immer wichtig und spannend, Schulen zu besuchen und direkt mit Kindern und Lehrern zu sprechen, da wir ja tagtäglich Bildungsprojekte konzipieren und umsetzen.“

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Schulunterricht 2.0

Berlin, 18. Oktober 2012. Zur Nutzung digitaler Medien im Schulunterricht gehen die Meinungen weit auseinander: Einerseits heißt es, sie machen abhängig, lenken ab, isolieren oder machen gar dumm. Andererseits werden Motivationspotential, neue Lernmethoden und gesteigerte Medienkompetenz geschätzt. Welche Rolle sollen neue Medien im Schulunterricht also einnehmen? Und wie digital ist der Unterricht bisher überhaupt?


Privat sind Schüler bestens mit digitalen Medien ausgestattet und wissen sie auch zu nutzen. Sie bewegen sich einen Großteil ihrer Freizeit online und schätzen die Medien sowohl als Entertainment wie auch als Informationsquelle. Die Ausstattung von Schulen und die Nutzung im Schulunterricht hingegen zeigen ein anderes Bild.

Laut einer aktuellen Studie der Initiative D21 sind neue Medien an deutschen Schulen zwar fast flächendeckend vorhanden – 89,5 % der zum Abitur führenden Schulen verfügen über Computer, immerhin schon 62 % über interaktive Whiteboards und ganze 93,8 % der Schulen haben Beamer. Zumeist können diese aber nur in speziellen Räumen genutzt werden. Und dort heißt es: Schlange stehen! Die meisten Lehrer verwenden neue Medien dementsprechend wenig im alltäglichen Unterricht, wie eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.  (BITKOM) herausstellte: Nur 23 % der Lehrer nutzen Computer oder Whiteboard mehrmals wöchentlich, 37 % etwa einmal wöchentlich, 35 % noch seltener. 6 % der Befragten nutzen neue Medien gar nie.

Der Weg ist lang – und von Zweifeln begleitet

Der Weg zur digitalen Schule ist eingeschlagen, doch noch ist er lang. Für einige kann es gar nicht schnell genug gehen, andere äußern Skepsis. Erst kürzlich lieferten sich der Psychiater Manfred Spitz und der Medienpsychologe Peter Vorderer ein Streitgespräch in der Wochenzeitung Die Zeit. Während Spitz vor allem auf die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch Videospiele und Internetnutzung aufmerksam machte, betonte Vorderer das Potenzial, das neue Medien bieten.

Die Auffassung von Spitz stützt sich auf Erkenntnisse wie die der Studie „Mediennutzung, Schulerfolg, Jugendgewalt und die Krise der Jungen“, die einen „negative[n] Zusammenhang zwischen der Nutzung entwicklungsbeeinträchtigender Computerspiele und schulischer Leistung“ feststellte. Jungen, die in ihrer Freizeit solche Computerspiele spielten, wiesen eine um 0,5 bis 0,7 Punkte schlechtere Schulnoten auf als gleichaltrige Schüler mit vergleichbarem Bildungshintergrund. Solche Ergebnisse zeigen allerdings nicht den negativen Einfluss digitaler Medien per se auf. Sie verdeutlichen vielmehr, wie wichtig es ist, digitale Medien sinnvoll einzusetzen, die Medienkompetenz der Schüler verstärkt zu fördern und Inhalte, Methoden und Lernprogramme gezielt auszuwählen. So kommentierte denn auch Peter Vorderer die Thesen von Spitz: „Digitale Medien wie Computerspiele können positive wie negative Wirkungen haben.“ Die Art und Weise der Nutzung ist also entscheidend.

Beim Einsatz digitaler Medien zu Lernzwecken im Unterricht kommt eine aktuelle Studie des European Schoolnet denn auch zu ganz anderen Ergebnissen, berichtete Die Zeit. Zur Untersuchung wurden 245 Schulklassen in sechs europäischen Ländern mit Net- und Notebooks ausgestattet. Bei ganzen 71 % der Teilnehmenden stellte man eine gesteigerte Lernmotivation fest. Auch die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern habe sich verbessert, Schüler konnten den Lernstoff individueller bearbeiten und erreichten so eine konzentriertere Auseinandersetzung mit dem Lernstoff. 44 % der teilnehmenden Schüler aus Deutschland meinten zudem, den Stoff besser verstanden zu haben.

Neu? Oder Digitalisierung des Altbekannten?

Aber fördern digitale Medien automatisch das Lernen? Fast noch wichtiger als die Ausstattung der Schulen mit digitalen Medien ist die Kompetenz der Lehrer, diese sinnvoll im Unterricht einsetzen zu können. „Bei uns hängt in jedem Raum ein SMART Board“, berichtet eine Berliner Gymnasiastin in Die Zeit. „Aber nur drei Lehrer kennen sich damit aus. Andere denken, das wären normale Whiteboards und man könnte mit Filzern drauf schreiben.“

Laut der Studie von BITKOM werden digitale Medien hauptsächlich für Internetrecherchen durch die Schüler genutzt, wie 88 % der Lehrer angaben, sowie zu Präsentationszwecken (83%). Spezielle Lernprogramme werden von 45 % der Lehrer, also eher selten verwendet. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Lehrer sich zu wenig mit den Möglichkeiten neuer Medien auskennen. Digitale Medien werden deshalb zu großen Teilen für Aufgaben genutzt, die ebenso mit Buch, Blatt und Stift realisierbar sind. Sie stellen dementsprechend keine Innovation und Verbesserung des Schulunterrichts in Richtung eines individuelleren Lernens dar, sondern digitalisieren das Altbekannte.

Dort einsetzen, wo es Sinn macht!

Eine bessere Ausstattung von Schulen mit digitalen Medien sollte also immer mit der Weiterbildung der Lehrkräfte einhergehen. Um das Potenzial neuer Medien nutzen zu können, bedarf es nicht nur der Medienkompetenz der Schüler sondern auch der Lehrer, sowie innovativer, anregender Lernprogramme mit gut ausgewählter Methodik. Digitale Medien sollten dann zum Einsatz kommen, wenn ihr Potenzial sinnvoll genutzt werden kann. Eine digitale Blume ersetzt keine echte, will man aber den Zellaufbau eines Blütenblatts verstehen, kann eine Computeranimation hilfreicher sein als ein gezeichnetes Bild in einem verstaubten Buch. Digitale Medien sollten also nicht Schulausflüge, haptische Erlebnisse, Untersuchungen der Umwelt, Gruppendiskussionen oder Simulationen und andere sich als zielführend erwiesene Methoden ersetzen, sondern sie sinnvoll ergänzen.

 

 

Quellen:

Studie der Initiative D21:
„Bildungsstudie: Digitale Medien in der Schule“

Studie von BITKOM:
„Schule 2.0“, Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.

Streitgespräch zwischen Manfred Spitz und Peter Vorderer:
„Macht uns der Computer dumm?“, Artikel in DIE ZEIT vom 06.09.2012.

Studie zum negativen Einfluss von Mediennutzung auf Schulnoten:
Mößle, Thomas u.a., „Mediennutzung, Schulerfolg, Jugendgewalt
und die Krise der Jungen“


Informationen über die Studie des European Schoolnet:
„Die Cyberklasse kommt“, Artikel in DIE ZEIT vom 06.08.2012.

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Die schnelle Wiederentdeckung der Langsamkeit

Berlin, 18. Oktober 2012. Vor nunmehr 5 Jahren wurde die G-8-Reform – die Verkürzung des Gymnasiums auf 8 Jahre – bundesweit beschlossen. Doch noch bevor die letzten G-9-Jahrgänge auslaufen, wird in vielen Bundeländern die Rolle rückwärts angestrebt oder gar vollzogen. Grund ist die massive Kritik vonseiten der Lehrerschaft und Eltern sowie enormer Stress und Überforderung vieler Schüler. Ein übereilter Schritt in Richtung Entschleunigung?


Die Tatsache ist bekannt und dennoch erschreckend, wenn man die Zahlen genau betrachtet: Der Schulbesuch kommt in Deutschland einem Vollzeitjob gleich. Wie eine Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks und Unicef Deutschlands herausstellte, verbringen Schüler in Deutschland rund 38,5 Stunden pro Woche mit Schule, Hausaufgaben und Lernen. Ab der 9. Klasse wird sogar eine 45-Stunden-Woche daraus. An der Umfrage nahmen bundesweit rund 2.000 Schüler teil.

Das Rufen wird erhört

Kein Wunder, dass da der Ruf nach Entschleunigung laut wird: Dieser zeigt sich verstärkt auch in dem Wunsch nach der Rückkehr zum 13-jährigen Abitur. In der Elternbefragung von JAKO-O äußerten knapp 80 % der Eltern dieses Anliegen. In einigen Bundesländern wird der Ruf bereits erhört: In Baden-Württemberg wird seit dem begonnen Schuljahr 2012/2013 wieder ein neunjähriges Gymnasium angeboten. In Bayern ist für das darauffolgende Schuljahr ein freiwilliges Zusatzjahr geplant und auch Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein möchten die 13-jährige Variante wieder zur Auswahl stellen.

Bildungsministerin Annette Schavan kritisierte die Bundesländer für diesen Schritt: „Diese Rückwärtsbewegung ist falsch. Sie wird neue Unzufriedenheit produzieren“, sagte sie dem Nachrichtenmagazin Focus. Vielmehr sei die Verkürzung der Schulzeit ein „Gewinn an persönlicher Freiheit für die Schüler. Sie gewinnen ein Jahr, in dem sie selbst bestimmen, wie sie ihre Zeit nutzen.“
Die Rückkehr zu G9 wird nicht nur aus der Politik sondern auch von Bildungsforschern kritisiert.

G 8 einrenken statt Richtung G 9 einlenken?

Der Erziehungswissenschaftler Heinz Reinders sprach sich im Interview der Süddeutschen Zeitung trotz Kritik am Lernstress durch G 8 dafür aus, besser das G-8-Modell zu überarbeiten, als einen voreiligen Schritt zurück zu machen: „Viele erleben das G 8 als puren Stress. Das, was man früher in neun Jahren gemacht hat, soll man jetzt in acht durchpauken. […]Dennoch sollte man jetzt nicht über eine Rückkehr zum G 9 nachdenken, sondern lieber das G 8 richtig auf die Füße stellen.“

Auch der Bildungsforscher Klaus Hurrelmann teilt diese Meinung: „Die Wahlmöglichkeit zwischen G 8 und G 9 für jedes Gymnasium ist rein pädagogisch gesehen ein sehr kluges Konzept. Aber jetzt haben wir gerade einmal den zweiten G-8-Jahrgang abgeschlossen. Vieles am G 8 wird sich in drei Jahren eingespielt haben, weil es Routine geworden ist und Fehler korrigiert wurden, da bin ich sicher. Jetzt noch einmal Änderungen einzuleiten, halte ich für sehr riskant“, sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Das eigentliche Problem ist ein anderes

Denn das eigentliche Problem sehen beide Bildungsforscher an anderen Stellen. Reinders plädiert für eine Entschlackung des Lernstoffs: „Das G 8 ist nur dann ein Turbo-Gymnasium, wenn die Fülle an Lernstoff nicht der neuen Lernzeit angepasst wird. Dann ist das G 8 natürlich ein schlechtes Modell, denn Bildung braucht Zeit. Das G 8 ist derzeit eine Schulform, die noch stark mit der großen Lehrplanfülle zu kämpfen hat.“ Hurrelmann hingegen befindet die Lehrpläne für schlank genug, vielmehr müsse die Ganztagsschule besser und mehr genutzt werden: „Wir brauchen einen neuen Biorhythmus für den Unterricht. So kann man auch Sport, Musik und Hausaufgaben besser in das Gymnasium einbauen.“

Der Rückzug zu G9 wird bereits vollzogen. Bleibt abzuwarten, welche Variante an Ende „das Rennen“ macht. Sicherlich wäre es aber dienlicher, wenn sich für das Thema „Mehr Zeit für Schüler“ auch mehr Zeit für Reformentscheidungen gelassen würde.

 

 

Quellen:

Umfrage zur Zeiteinteilung von Schülerinnen und Schülern: „Schule ist Vollzeitjob für Kinder – nur wenig Zeit für Hobbys und Freunde“, Pressemitteilung von Unicef vom 19.09.2012.

Zitat von Annette Schavan:
„Anette Schavan kritisiert Rückkehr zu Abitur nach 9 Jahren“, Artikel auf Focus Online vom 30.09.2012.

Interview mit Klaus Hurrelmann:
„Eine gewaltige Druckwelle“, Artikel in der Süddeutschen Zeitungvom 30.07.2012.

Interview mit Heinz Reinders:
„Wir müssen das G 8 zum Laufen bringen“, Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 10.10.2012.

Zur Elternbefragung von JAKO-O:
„Die wichtigsten Ergebnisse der 2. JAKO-O Bildungsstudie im Überblick“ 


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Deutschlands Bildung im Vergleich

Berlin, 20. September 2012. Die Ergebnisse des OECD-Bildungsberichts lassen unterschiedliche Schlüsse und Interpretationen zu und sorgen damit für Aufruhr: In Deutschland gibt es mehr Bildungsabsteiger als -aufsteiger, so die Zahlen der OECD. Doch ist eine berufliche Ausbildung weniger wert als ein Studium? Deutschlands Bildungssystem steigerte sich in den letzten zehn Jahren als eines von wenigen kontinuierlich. Trotzdem steht Deutschland im Vergleich von Faktoren wie den Bildungsausgaben oder dem Akademikeranteil hinten an. Wie ist es nun also um die Bildungschancen in Deutschland bestellt?

Die jährlich erscheinende Studie „Bildung auf einen Blick“ der OECD vergleicht die Bildungssysteme der OECD-Mitgliedstaaten anhand unterschiedlicher Kriterien wie Bildungsausgaben, Abschlussquoten und Weiterbildungsmaßnahmen. In diesem Jahr kam ein neuer Indikator hinzu, der sogleich für Aufregung sorgte: die Bildungsmobilität. Denn dem deutschen Bildungssystem bescheinigt die Studie eine erschreckend schlechte Durchlässigkeit zwischen den Generationen. Nur 20 % erreichen einen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern, während 22 % einen niedrigeren Abschluss erzielen. Deutschland steht dabei nicht nur weit schlechter als beispielsweise die beiden Nachbarländer Polen und Frankreich da, sondern liegt sogar weit unter dem gesamten Durchschnitt der OECD-Staaten, in denen 37 % Bildungsaufsteiger und nur 13 % Bildungsabsteiger verzeichnet werden.

Berufliche Ausbildung weniger wert?

Wie aussagekräftig diese Zahlen sind, wird allerdings bezweifelt: Denn für die OECD gilt beispielsweise ein Jugendlicher mit Akademikereltern als Bildungsabsteiger, wenn er sich für eine berufliche Ausbildung entscheidet. Für den internationalen Vergleich stellt sich diese Einteilung als schwierig heraus, da die Ausbildung zu bestimmten Berufen wie zum Beispiel dem des Optikers oder des Mechatronikers in einigen Ländern durch ein Studium, in Deutschland durch eine berufliche Ausbildung absolviert werden. D. h., ein Optiker mit Rechtsanwaltseltern wird in Deutschland als Absteiger gewertet, während er beispielsweise in England zum gleichen Bildungsniveau wie dem seiner Eltern gerechnet wird. Aber auch für andere berufliche Ausbildungen stellt sich die Frage, warum diese als weniger wert als ein Hochschulstudium gewertet werden. Eine berufliche Ausbildung bildet schließlich ebenso wie ein Hochschulstudium Fachkräfte aus und bietet einen praktisch angelegten Einstieg ins Berufsleben. 

Der nationale Bildungsbericht kommt zudem auf andere Ergebnisse: Hier werden in Westdeutschland Aufsteige von 40,4 %, in Ostdeutschland sogar von 42,4 % verbucht, die Abstiege wiederum fallen mit 12,5 % in Westdeutschland und 15,6 % in Ostdeutschland wesentlich geringer aus. Vergleicht man diese Zahlen mit dem OECD-Durchschnitt, so liegen die Aufstiegschancen in Deutschland immerhin im oberen Mittelfeld.

Ist „kontinuierlich besser“ das Gleiche wie „gut“?

Ein weiteres streitbares Thema ist die kontinuierliche Steigerung des Bildungssystems: Zwar weist das deutsche Bildungssystem in vielerlei Hinsicht stetige Verbesserungen auf, diese sind aber zum Teil geringer als in anderen Ländern oder bleiben trotz Verbesserungen noch signifikant hinter anderen Ländern zurück. Sieht man sich beispielsweise die Zahl der erfolgreichen Hochschulabgänger an, so kann Deutschland zwar einen Zuwachs von 16 % auf 30 % verzeichnen, im Durchschnitt steigerte sich die Quote der OECD-Länder allerdings von 20 % auf 39%. Ebenso hinkt Deutschland mit den Bildungsausgaben hinterher: Auch diese stiegen in den Jahren von 2000 bis 2009 von 4,9 % auf 5,3 % des BIP an, liegen damit aber immer noch unter dem OECD-Durchschnitt von 6,2 %. Man kann dem deutschen Schulsystem also durchaus eine kontinuierliche Verbesserung bescheinigen, im Vergleich zu anderen Ländern liegt es allerdings in einigen Aspekten noch weit zurück.

Kein Zweifel: Wo das deutsche Bildungssystem punktet

Bei einigen nicht unbedeutenden Faktoren erweist sich das deutsche Bildungssystem aber ohne Zweifel als überdurchschnittlich gut: Der Anteil von Schulabgängern ohne Abschluss sank von 8 % auf 6,5 % und ist damit bedeutend kleiner als im OECD-Durchschnitt von 10 %. Deutschlands Jugendarbeitslosigkeit ist trotz Krise(n) nicht gestiegen und liegt mit 12 % unter dem OECD-Durchschnitt von 15,8 %. Dies ist vor allem auf das duale Bildungssystem zurückzuführen, das Fachkräfte sowohl durch ein Hochschulstudium als auch durch eine berufliche Ausbildung ausbildet.

Besonders gut wird in Deutschland die frühkindliche Bildung gefördert: 89 % der Dreijährigen besuchen eine Bildungseinrichtung wie Kita oder Vorschule, während es im OECD-Durchschnitt nur 66 % sind. Von den Vierjährigen sind es in Deutschland sogar ganze 96 %, im OECD-Durchschnitt 79 %. Auch die Ausgaben für die frühkindliche Bildung sind in Deutschland vergleichsweise hoch. Damit investiert Deutschland in einen wichtigen Teil der Bildung und schafft somit auch perspektivisch gute Bildungschancen.



Quellen:

Ergebnisse des Bildungsberichts der OECD für Deutschland:
Bildung auf einen Blick 2012: OECD-Indikatoren 2012, Länderanalyse Deutschland 

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung:
Beleg für die Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems. Wesentliche Ergebnisse der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2012“

 

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„Cybermobbing“ – Schikane in neuem Gewand

Berlin, 21. August 2012. Mobbing gab es schon immer  –  durch das Internet lassen sich Gerüchte, Fotos und Videos allerdings leichter, anonymer und mit größerer Reichweite verbreiten: Die Opfer werden so vor mehr Menschen bloßgestellt. Während Betroffene von Cybermobbing mitunter beträchtlich leiden, haben die Täter oft gar keine Konsequenzen zu tragen. Cybermobbing ist weit verbreitet – aber was genau versteht man eigentlich darunter und wie kann man erfolgreich dagegen vorgehen?
 
Das Thema Mobbing sowohl im Offline- als auch im Online-Bereich ist eines der brennenden Themen an Schulen, so auch die Reflektion unseres pädagogischen Beirats. Eine aktuelle Studie des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld beschäftigt sich genauer mit dem Phänomen Cybermobbing, dort unter dem Begriff „Cyberbullying“. In der Studie werden verschiedene Formen des Cyberbullyings unterschieden, wobei allen Formen gleich ist, dass die Handlung auf „physische, psychische, emotionale oder soziale Schädigung oder Verletzung anderer abzielt“ und dabei sowohl ein Ungleichgewicht zwischen Täter(n) und Opfer herrscht als auch eine mehrfache Wiederholung der Tat vorliegt.

Mehr als 14 Prozent der online befragten Schülerinnen und Schüler gaben an, in den letzten drei Monaten Opfer von Cyberbullying geworden zu sein. Am häufigsten berichteten Schülerinnen und Schüler von Belästigung zum Beispiel in E-Mails oder SMS oder von Rufschädigung, der Verbreitung negativer, zumeist unwahrer Informationen beispielsweise in sozialen Netzwerken. Auch Cyberstalking, das gezielte verfolgen einer Person im Internet, und sexuelle Belästigungen wurden sehr häufig genannt. Als besonders belastend empfanden Betroffene die bloßstellende Weitergabe privater Fotos und Videos.

Nicht ohne Folgen

Wie eine Studie der Universität Heidelberg zu den Gründen von Schulfehlzeiten belegt, besteht ein starker Zusammenhang zwischen Mobbing und dem Fehlen in der Schule: Häufig fehlende Schüler sind doppelt so oft von Mobbing betroffen wie Schüler, die regelmäßig am Unterricht teilnehmen.

Besonders erschreckend sind die Ergebnisse aus der Bielefelder Studie zum Zusammenhang zwischen Cyberbullying und Suizidgedanken. Hier wurde zwischen vier Gruppen unterschieden: Befragte, die weder Opfer noch Täter waren, gaben am seltensten an, Suizidgedanken zu hegen. In der Gruppe der Täter wurden solche Gedanken bereits öfter geäußert, gefolgt von der Gruppe der Opfer. Am stärksten von Selbstmordgedanken betroffen waren Schülerinnen und Schüler, die Erfahrungen sowohl als Opfer als auch als Täter von Cyberbullying gesammelt haben.

Diese Ergebnisse zeigen deutlich die Tragweite der Angelegenheit: Es handelt sich hierbei weder um kleine Streitigkeiten noch bleiben digital kommunizierte Bloßstellungen und Beleidigungen „nur“ online – sie stehen in Verbindung zum realen Leben der Schülerinnen und Schüler. Die Ergebnisse lassen zwar offen, ob das (Cyber-)Mobbing die Ursache oder die Folge von Suizidgedanken und Schulfehlzeiten ist – in jedem Falle aber steht die Erfahrung von Cybermobbing in engem Zusammenhang zu anderen Negativerfahrungen der Schülerinnen und Schüler und stellt somit ein ernstzunehmendes Problem dar.

Was tun?

Zur Bekämpfung von Cybermobbing lassen sich aus der Bielefelder Studie drei Maßnahmen ableiten: Präventiv ist es sinnvoll, im Rahmen der Förderung von Medienkompetenz den Schwerpunkt mehr auf die ethische Reflektion der eigenen Internetnutzung zu legen als auf das Erlernen von Fertigkeiten im Umgang mit der Technik der neuen Medien. Des Weiteren bedarf es eines stärkeren Vorgehens gegen konkrete Fälle von Cybermobbing. Denn mehr als die Hälfte der befragten Täter gab an, dass ihren Taten keine Konsequenzen folgten. Hierfür ist es vor allem wichtig, Zeugen zu Unterstützern der Betroffenen zu machen, indem sie Partei ergreifen, die Opfer verteidigen oder den Vorfall bei Vertrauenspersonen melden.

Schließlich muss den Betroffenen von Cybermobbing Unterstützung zukommen. Die Diplom-Sozialpädagogin Veronika Aschberger erklärte im Gespräche mit dem FWU Institut für Film und Bild, welche Grundhaltung Betroffenen vermittelt werden sollte: „Ein erster Schritt ist, dem ‚Mobbingopfer‘ keine Rolle zuzuschreiben. Deshalb nennen wir es nicht ‚Opfer‘, sondern ‚gemobbte Person‘ oder ‚von Mobbing Betroffener‘. […] Das ist eine wichtige Erkenntnis: Du wirst nicht gemobbt, weil Du so oder so bist, sondern Mobbing kann jeden treffen.“

Mobbing kann nicht nur jeden treffen – es geht auch jeden etwas an! Ein Thema also, das Lehrer, Pädagogen und uns in der Bildungskommunikation noch viel beschäftigen wird.


Quellen:

Studie zu Cyberbullying:
Sitzer/Marth/Kocik/Müller (2012), Ergebnisbericht der Online-Studie: Cyberbullying bei Schülerinnen und Schülern, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Universität Bielefeld

Studie zu Schulfehlzeiten:
Fischer/Lenzen/Jentzsch/Schneider/Müller (2012), WE-STAY – Prävention von Schulfehlzeiten und Förderung der seelischen Gesundheit bei Jugendlichen in verschiedenen europäischen Ländern, Zwischenbericht, UniversitätsKlinikum Heidelberg

Interview mit Veronika Aschberger:
„Mobbing kann jeden treffen” - ein Gespräch mit einer Schulsozialpädagogin, Interview vom FWU Institut für Film und Bild

 


Ferienzeit zwischen Erholung und Wiederholung

Berlin, 21. August 2012. Der Leistungsdruck bei Schülern ist immens, das macht sich auch in den Ferien bemerkbar. Immer mehr Schüler verbringen große Teile ihrer Ferien am Schreibtisch: Intensivkurse von Nachhilfeanbietern sind restlos ausgebucht und 41 % der Eltern lassen ihre Kinder in den Ferien lernen. Aber ist das wirklich sinnvoll? Oder wird am Ende nicht sogar das Gegenteil erreicht: Überforderung und Demotivation?

Der Intelligenzquotient von Schülern steigt jeden Schulmonat um bis zu einem halben Prozentpunkt an – in den Ferien kann das Gegenteil der Fall sein: Die Intelligenz sinkt um ein paar Punkte hinter dem Komma. Für den Marburger Psychologen Detlef Rost, der zu Hochbegabung und Intelligenz forscht, stellt dies keinen „Grund zur Sorge“ dar. Im Gespräch mit Focus erklärt er, dass Kinder ein Recht darauf haben, „mal nicht gefördert zu werden und sich einfach nur zu erholen“.

Zu gut gemeint?

Für viele Eltern hingegen gibt dies sehr wohl Anlass zur Sorge: Ihre Kinder sollen den Übergang zur Sekundarstufe schaffen, ihre Noten verbessern, eine Zwischenprüfung oder Nachprüfung bestehen – da ist sinkende Intelligenz nicht gerade hilfreich. Im Schulalltag bleibt zu wenig Zeit, also muss auch in den Ferien gelernt werden. In einer von der Lernplattform scoyo.de beauftragten Studie gaben 41 % der Eltern an, ihre Kinder in den Ferien lernen zu lassen, weitere 16 % der Schüler müssen Stoff nachholen, wenn sie schlechte Noten haben. Auch die Nachfrage nach Intensivkursen in den Ferien steigt stetig an.

Aber meinen es die Eltern nicht etwas zu gut mit der Bildung ihres Nachwuchses? Experten warnen vor zu viel Ehrgeiz: Auch die „Anwärmphase“ vor Beginn des neuen Schuljahres ist laut Detlef Rost bei Schülern mit guten Noten nicht notwendig. Eine Aversion gegen die Schule könnte die Folge sein.

Bildung der anderen Art

Viel wichtiger als das Nachholen, Vorlernen oder Anwärmen ist eine anregende Feriengestaltung, die Lust auf Entdeckung macht und bei der Wissen anderer Art gesammelt wird. Unter „anderer“ Bildung versteht die Pädagogin Donata Elschenbroich Dinge wie einen „Kopfsprung vom Dreimeterbrett üben, ein Lied auf der Gitarre, zwanzig Wörter in der Muttersprache vom Großvater“, wie sie gegenüber Die Zeit erläutert. Es geht also vor allem um selbstgewählte Aufgaben, die ebenso wie der Schulunterricht das Wissen der Schüler erweitern – allerdings mit einem anderen Fokus.

Dabei ergeben sich durchaus Anknüpfungspunkte zum Schulwissen: Der Besuch eines spannenden Museums, thematisch fokussierte Kinder- und Jugendliteratur, Lernspiele oder die Nutzung neuer Medien bieten die Möglichkeit, Schulwissen auf entspannte und spielerische Weise in die Ferien zu integrieren.

Neue Erfahrungen aufgreifen

Andersherum ist es wichtig, das gesammelte Wissen und die neuen Erfahrungen nicht unreflektiert in den Ferien stehen zu lassen: „Kinder sollten nicht einfach nur Erlebnisse konsumieren, sie wollen ja selbst aktiv werden. Die Schule muss diese andere Bildung auch anerkennen, und sie sollte sie weiter anregen“, so Elschenbroich. Gemeint ist die Verknüpfung von Ferien und Schulwissen durch Aufgaben wie ein Ferientagebuch, das Mitbringen von Gegenständen aus dem Urlaubsland, das Gestalten einer Wandzeitung mit Gelerntem aus den Ferien.

Lernen in den Ferien ist also kein Tabu – solange das Lernen nicht als Pauken von Schulwissen sondern vielmehr als Entdecken von Neuem und Sammeln von Erfahrungen verstanden wird. Das Ziel sollten letztlich anregungsreiche, spannende und erholsame Ferien mit Spiel, Spaß und Aktion sein – so wird dem neuen Schuljahr entspannt entgegen gesehen und „verdummt“ ist auch niemand.  In dem Sinne wünschen wir einen guten Start ins neue Schuljahr!


Quellen:

Detlef Rost im Gespräch:
Machen Ferien dumm?, Artikel von FOCUS vom 01.06.2012.

Studie zum Lernen in den Ferien:
Lernen in den Ferien, von der Lernplattform scoyo.de beauftragte Studie

Interview mit Donata Elschenbroich:
„Bringt sieben Sachen aus eurer Heimat mit“, Artikel in DIE ZEIT vom 02.08.2012.


Schülerwettbewerb zur politischen Bildung nimmt Afrika in den Blick

Berlin/Bonn, August 2012. Zum 42. Mal sind Lehrerinnen und Lehrer in ganz Deutschland aufgerufen, sich am Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung zu beteiligen. Dieser wird in dieser Runde 2012/2013 vom Team des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik „Alle für Eine Welt – Eine Welt für Alle“ aus entwicklungspolitischer Sicht unterstützt.

Auf Wunsch von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel und Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich wurde der Schwerpunkt „Chancenkontinent Afrika“ in den Schülerwettbewerb der Bundeszentrale aufgenommen. Im Rahmen dieses Schwerpunktes wurden die Themen „Hoffnung Europa – Flüchtlinge aus Afrika“ für die 5. bis 8. sowie die 8. bis 11. Klasse und „Schokolade macht glücklich!?“ für die 5. bis 8. Klasse ausgewählt. Für Einsendungen zu diesen Themen wird es zusätzliche Sonderpreise sowie eine besondere Preisverleihung durch beide Minister geben.

Beide Themen, „Kakao und Schokolade“ sowie „Flucht und Flüchtlinge“, haben eine lange Tradition im Rahmen des Globalen Lernens. An ihnen lassen sich exemplarisch Globalisierungsphänomene darstellen. Flucht als die negative Seite von Mobilität und Migration prägt die globalisierte Welt ebenso wie das Bewusstsein, dass der Welthandel mit Entwicklungsländern einer „fairen“ Korrektur bedarf.

Um Schülerinnen und Schülern diese weltweiten Zusammenhänge in einer globalisierten Welt und die Lebenssituationen von Menschen in anderen Teilen der Welt nahezubringen, wurden Begleitmaterialien für den Unterricht und eine ausführliche Materialsammlung erstellt. Die fachlichen und didaktischen Hinweise, bei denen auch besonderer Wert auf die Vermittlung der im Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung formulierten Kompetenzen gelegt wurde, geben Lehrkräften gute und neue Anregungen für ihren Unterricht und können bei der Erstellung der Wettbewerbsbeiträge genutzt werden. Die Begleitmaterialien stehen ab sofort hier zum kostenlosen Download zur Verfügung: www.engagement-global.de/schuelerwettbewerb-bpb.html

Bei Fragen zu den Themen, den Materialien oder der Erstellung der Wettbewerbsbeiträge können sich Lehrkräfte gern an die Geschäftsstelle des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik wenden und persönlich beraten lassen:

Kontakt
Engagement Global gGmbH
Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik
Geschäftsstelle
Tulpenfeld 7
53113 Bonn
Telefon: 0228 20717-347
E-Mail: schulwettbewerb[at]engagement-global.de

Über den Schulwettbewerb „Alle für Eine Welt – Eine Welt für Alle“
Die Kooperation zwischen Engagement Global und der Bundeszentrale für politische Bildung ist entstanden, weil sich Engagement Global (Rechtsnachfolgerin der InWEnt gGmbH) im Rahmen des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik „Alle für Eine Welt – Eine Welt für Alle“ seit dessen Bestehen (Schuljahr 2003/04) mit Unterricht zu Globaler Entwicklung und Entwicklungspolitik befassen. Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt und bietet ein Forum der öffentlichen Anerkennung für entwicklungspolitisches Engagement von Schülern, Lehrkräften und ganzen Schulen. Ziel ist es, den Lernbereich Globale Entwicklung im Schulunterricht sowie im Schulalltag zu etablieren und Kinder und Jugendliche für Themen der „Einen Welt“ zu sensibilisieren und zu aktivieren. Die nächste, sechste Runde startet im September 2013. Weitere Informationen unter www.eineweltfueralle.de.

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„Viele Firmen investieren in Bildung“

Südwest Presse, Tübingen, 17. Oktober 2011. "Viele Firmen investieren in Bildung, um dies in ihren CSR-Berichten zu dokumentieren", sagt Claudia Wegener von der Agentur capito. [...] capito hat sich Bildungskommunikation auf die Fahnen geschrieben, betreut Projekte für Kunden, die mit ihren Themen in die Schulen wollen. Ihr Anspruch: Das Material soll Pädagogen im Alltag helfen. "Wir transportieren keine Werbebotschaften und arbeiten Themen nicht einseitig auf." Ein Beirat von aktiven, nicht bei der Agentur angestellten Lehrern prüft das Material.

Vollständiger Artikel "Grauzone Schule" im Online-Angebot der Südwest Presse
(externer Link)


Minister Niebel stellt sich Fragen von Kindern

Berlin, 19. September 2011. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hat heute mit einer Kinder-Pressekonferenz im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die fünfte Runde des bundesweiten Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik „Alle für Eine Welt – Eine Welt für Alle“ gestartet. Weitere Informationen und Bildmaterial finden Sie unter: www.eineweltfueralle.de.

(Foto: photothek.net/Köhler)

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Generation „Null Bock auf Verantwortung“? Von wegen! Wie wir Jugendliche erreichen und aktivieren.

Berlin, März 2011. Wie „ticken“ Jugendliche? Interessieren sie sich nur für Freunde, Shoppen und Partys? Wie können wir ihr Interesse für gesellschaftlich relevante Themen wie Umwelt und Nachhaltigkeit wecken?
 
Im Auftrag des Umweltbundesamtes ist das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung Berlin diesen Fragen nachgegangen und hat eine Studie zum Thema Jugend und Nachhaltigkeit durchgeführt: „Einblick in die Jugendkultur: Das Thema Nachhaltigkeit bei der jungen Generation anschlussfähig machen“.
 
Entscheidend für eine erfolgreiche und effektive Jugendkommunikation ist demnach, die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt zu erreichen, sie zielgruppengerecht anzusprechen und auf Augenhöhe mit ihnen zu kommunizieren. Die Studie gibt zehn konkrete Empfehlungen zur jugendgerechten Kommunikation: Insbesondere sollen verstärkt neue Medien genutzt sowie Multiplikatoren und Institutionen, wie beispielsweise Schulen, eingebunden werden.
 
Im Rahmen der Studie wurden Claudia Wegener, Geschäftsführerin von capito – Agentur für Bildungskommunikation, und Christopher Schering, Geschäftsführer von cobra youth communications, als Experten für Jugend- und Bildungskommunikation befragt.

Die Studie steht unter www.uba.de kostenlos zum Download bereit.


Mauerkunst online und Schülerwettbewerb „Mauerkünstler“

Berlin, Januar 2011. Mauerkuenstler.de rückt das Thema der deutschen Teilungs- und Einheitsgeschichte mit Darstellungen von Mauerkunst in den Vordergrund. 2011 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum fünfzigsten Mal. Der von der Stiftung Aufarbeitung geförderte Wettbewerb „Mauerkünstler“ nutzt die Jahrestage 2011 (Mauerbau, Fall der Mauer), um die Durchführung von Projekten anzuregen.

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Bundesweiter AFS Song-Contest: Die Gewinner stehen fest!

Hamburg, 6. Dezember 2010. Wie viel musikalisches Hitpotential in der Niedersächsischen Landeshauptstadt angesiedelt ist, hat Lena Meyer-Landrut mit ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest eindrucksvoll bewiesen. Jetzt legen die smarten Hannoveraner von „Kendrick and The Flavors“ nach.

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Das Thema Armut im handlungsorientierten Unterricht

Berlin, Oktober 2010. Fünf Euro mehr und kein Zuschlag für Kinder – die neuen Hartz-IV-Regelsätze sorgen aktuell für heftige Diskussionen und rücken das Thema Armut in Deutschland in den Mittelpunkt. Was bedeutet Armut? Wie leben Familien mit Hartz IV? Und welche Formen der Armut gibt es eigentlich?

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Wir feiern die Einheit!

Berlin, September 2010. In diesem Jahr feiert Deutschland 20 Jahre Einheit. Um Vorurteilen und Fehlwahrnehmungen frühzeitig entgegenzuwirken, förderte die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern die Erstellung der Grundschulmaterialien „Wir feiern die Einheit!“. Die Materialien wurden von capito entwickelt und richten sich an 60.000 Grundschullehrer bundesweit.

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Tobi Telefonbuch und Grundschüler erforschen die Tierwelt

Berlin, September 2010. Sprache ist in allen Fächern Medium des Lernens und Grundlage für den Schulerfolg. Sie dient dem Verstehen und der Entfaltung der Persönlichkeit. Doch nicht nur die eigene Sprache ist für Kinder von großer Bedeutung, sondern auch die Sprache ihrer natürlichen Umgebung, die Sprache der Tiere.

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capito hilft Dora helfen

Berlin, August 2010. „Hilf Dora helfen!“ ist eine gemeinnützige Aktion, die der Kindersender Nickelodeon seit drei Jahren deutschlandweit durchführt. Ziel ist es, mit der kreativen Unterstützung von Kindergartenkindern genug Spendengelder für bedürftige Kindergärten zu sammeln. Dabei lernen die Kinder auf spielerische Weise, wie wichtig, aber auch einfach Helfen ist.

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Zuhause! Zeig uns deine Welt.

Berlin, August 2010. „Zuhause! Zeig uns deine Welt.“ – das ist das Motto der 41. Wettbewerbsrunde von jugend creativ, dem Internationalen Jugendwettbewerb der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Verantwortlich für die Unterrichtsmaterialien und Kommunikationsmittel ist capito – Agentur für Bildungskommunikation.

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capito feiert mit AFS Aktionswoche des Interkulturellen Dialogs

Berlin, Juni 2010. capito, die Berliner Spezialisten für Bildungskommunikation, wurden von AFS Deutschland mit der Konzeption und Durchführung einer Aktionswoche des Interkulturellen Dialogs beauftragt. Geplant ist unter anderem ein deutschlandweiter Song-Contest mit professioneller Produktion des Gewinner-Songs im Tonstudio.

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Gewinner des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik ausgezeichnet

Berlin, Juni 2010. 200 Jungen und Mädchen sind heute Mittag für ihre Beiträge zum Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik im Schloss Bellevue ausgezeichnet worden. Schwerpunkt des vierten Ideenwettbewerbs war das Thema Nachhaltige Entwicklung.

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Mit allen Wassern gewaschen: capito gewinnt Pitch der KWL

Berlin, April 2010. capito – Agentur für Bildungskommunikation setzte sich erfolgreich im Pitch durch und sicherte sich den Etat für das Schulprojekt „Projekt Aqua“ der KWL – Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH. Zum Auftragsvolumen zählt die inhaltliche und gestalterische Überarbeitung der Unterrichtsmaterialien.

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Neues Unterrichtsmaterial zum Thema Steuern und Finanzen

Berlin, Januar 2010. Das Thema Steuern und Finanzen geht jeden an: Wer wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen oder aktuelle politische Diskussionen verfolgen möchte, braucht Kenntnisse in diesem Bereich. Allerdings wirkt die Materie gerade auf junge Menschen oft sehr komplex und abstrakt.

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Tobi Telefonbuch kocht mit Starkoch Stefan Marquard

Berlin, November 2009. Wie bekommt man Kinder dazu, sich gesund zu ernähren? Eine Frage nicht nur für Mütter – sondern auch für Erzieher und Lehrkräfte. Gerade kleine Kinder lieben Süßigkeiten und haben selten ein Bewusstsein für ausgewogene Ernährung. 

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Große Grundschulaktion zum Thema „Wasser – ohne läuft nichts!“

Berlin, Juli 2009. In Zusammenarbeit mit VOLVIC und UNICEF hat capito Bildungskommunikation Unterrichtsmaterialien zum Thema Wasser konzipiert. Die Materialien mit dem Titel „Wasser – ohne läuft nichts!“ bestehen aus insgesamt zehn Arbeitsblättern, den dazugehörigen Lehrerhinweisen sowie weiterführenden Literatur- und Linklisten. Protagonistin der Materialien ist die 11-jährige Shukri aus Äthiopien.

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Sport- und Spielideen für die Schulpause

Berlin, Juli 2009. Bewegung macht Spaß und tut gut. Gerade Kinder müssen sich austoben können, um sich gesund zu entwickeln. Damit auch in den Schulalltag mehr Bewegung kommt, hat Deutschlands führender Kindersender SUPER RTL einen Bewegungsleitfaden für Grundschullehrer entwickelt.

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„Cybermobbing“ – Schikane in neuem Gewand

Berlin, Februar 2009. capito – Agentur für Bildungskommunikation freut sich mit dem ZDF über einen weiteren namhaften Kunden. Für die beliebte Kindernachrichtensendung logo! realisiert capito eine Schulkommunikationsmaßnahme zum Thema Demokratie und Wahlen.

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